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"Kleinstadt brennt" heißt der besagte Song, ein sehr flotter Poptrack. Davon gibt es auf dem Album einige, aber nicht nur. Denn Graf hatte "Bock drauf", wie sie sagt, ihre musikalische Palette zu erweitern: "Nach dem ersten Album dachte ich: Okay, was kommt jetzt?" Die Antwort: "Jetzt habe ich von allem, was ich jemals gut fand, noch einmal eins mehr draufgelegt. Ich hatte zuvor noch nie einen richtig schönen, klassischen, ruhigen Popsong. Auch keinen Lovesong."
Das Liebeslied "Wie schön" eröffnet "Wofür es sich zu leben lohnt". Im folgenden "Dafür war es echt" geht es auch um die Liebe, aber im Up-Tempo. In "Hausverbot" rappt Graf, der Song habe "so ein bisschen fast Kraftclub-Vibes", befindet sie. Bei "Darüber schlafen" geht es in den Club: "Der absolute Live-Banger." Bei ihren Auftritten freue sie sich immer auf dieses Lied, weil es das "perfekte Springtempo" habe. Immer kurz, bevor der Chorus kommt, würde sie das Publikum fragen, ob es springen kann. "Das sieht dann immer völlig insane aus."
Frische Einflüsse waren beim Komponieren bewusst zugelassen, betont Graf. "Ich höre privat eher Indie-lastige Sachen. Da war der Gedanke, auch mal in diese Richtung zu gehen - mit einer Gitarre, die ein bisschen anders klingt." Ihre Fans müssen aber keine Angst haben, eine neue Esther Graf vorgesetzt zu bekommen. Über das Spektrum auf dem Album sagt sie daher: "Es ist eine Gratwanderung von: Okay, es muss irgendwie zusammenpassen und dem Gefühl, den Leuten auch was Neues zu geben. Das ist jedenfalls ein Album, keine Playlist von zufälligen Songs."
Mit 16 Tracks ist "Wofür es sich zu leben lohnt" recht prall gefüllt. Das war laut Graf "ein wenig auch eine Business-Entscheidung". Denn wenn schon ein Album herauskommt in einer Zeit, in der permanent einzelne Songs veröffentlicht werden, sollten darauf ebenso viele nicht ausgekoppelte Lieder enthalten sein. Wer braucht sonst noch ein Album? "Ich hatte genügend Songs und wollte ohnehin gern alle auf das Album packen. Ich glaube, mehr ist mehr." Das Ergebnis spricht für das gute, alte Format.
Positive Gefühle verbreitet der Titelsong, geschrieben hat Graf "Wofür es sich zu leben lohnt" in einem Songwriter-Camp auf Sizilien. "Ich sitze im Studio, schau aufs Meer und denke: Mir fehlt einfach nichts. Das musste ich in einem Lied festhalten." Ob sie generell ein lebensfroher Mensch sei? "Ja, voll. Also natürlich gibt es Höhen und Tiefen. Ich bin ja auch ein sprunghafter Mensch. Wenn es mir mal nicht gut geht, muss das kurz raus - und dann kann ich mich wieder aufs Wesentliche, aufs Positive konzentrieren. Ich hoffe, das bleibt auch so."
Das Lied "Sicherheit" verhandelt das Thema Selbstvertrauen. "Auch ich spüre manchmal Unsicherheit. Es war mir wichtig, auch einmal einen Song darüber zu schreiben. Meine Musik ist ja an und für sich sehr selbstbewusst. Aber ich bin an einem Punkt, wo ich das Gefühl habe, es wäre mal selbstbewusst zu zeigen, dass ich nicht immer selbstbewusst bin. Und daraus ist einer meiner Lieblingssongs vom Album entstanden. Sowohl inhaltlich als auch musikalisch habe ich damit eine Tiefe erreicht, die man vielleicht so in der Form noch nicht kennt von mir."
(Das Gespräch führt Wolfgang Hauptmann/APA)
(S E R V I C E - www.sonymusic.at/artist/esther-graf )






