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Gepflegter Rock und Kaugummiblasen: Kings of Leon in Wien

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Caleb Followill bei einem Konzert 2024 in Texas
Kings of Leon waren noch nie eine theatralische Band. Bei ihrem Konzert in Wien reichten am Dienstag Kaugummiblasen von Drummer Nathan Followill, gediegene Lichteffekte und schnell geschnittene Live-Videos auf drei Screens als Showelemente. Man braucht auch keinen Firlefanz, wenn die Musik in allen Belangen stimmt: Die 11.000 Fans in der Stadthalle bekamen gediegenen Rock serviert, manchmal hymnisch, manchmal getragen, manchmal wilder, letztendlich stets angenehm entspannt.

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Unprätentiös betraten die vier Followills - die Brüder Caleb (Gesang und Gitarre), Jared (Bass) und Nathan sowie Cousin Matthew (Gitarre) - die Bühne bei Saallicht und legten mit "Slow Night, So Long", gemessen an ihrem Gesamtrepertoire, ungewöhnlich stilistisch hektisch los. Aber lange musste man auf hymnische Chorusse nicht warten: Schon beim zweiten Track auf der Setlist, "Waste A Moment", konnte das Publikum lautstark mitsingen - nicht zum letzten Mal.

Die Familienbande hat sich für ihre Konzerte mit einem Gastmusiker verstärkt, der dezent im Hintergrund, aber gut sichtbar, den Sound mit dem einen oder anderen Gitarrenpart oder mit Percussions verfeinerte. Aber der Abend gehörte natürlich den Followills: Caleb sieht alles andere als wie ein Rockstar aus, aber er verfügt über eine unverwechselbare, betörende Stimme, die ihn zu einem großen macht - ob der Frontman "On Call" croonte, "Use Somebody" (ein Highlight) mit zeitloser Dringlichkeit sang oder bei "My Party" zum fetten Gitarrensound viel Dramatik und Kraft in die Vocals legte.

Nathan sorgte, oben ohne an seinem Instrument sitzend und Kaugummi kauend, für lässige Beats und unterstützte seinen Bruder stimmlich kongenial. Ob nun bei "Revelry" das Tempo rausgenommen wurde, der omnipräsente Southern-Rock-Einschlag mal stärker durchschlug, das düstere "Closer" durch die Halle schwebte, es mal härter und bluesrockiger sein durfte ("Razz") oder melancholischer ("Wait For Me"): Das erste Gastspiel der Kings of Leon in der Stadthalle seit 2010 (und erst das dritte in Wien insgesamt) hatte Stil. Beim Überhit und Gassenhauer "Sex On Fire" zum Abschluss war sogar Ballermann-Stimmung erlaubt.

(Von Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - www.kingsofleon.com )

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