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6.500 Besucherinnen und Besucher waren laut Veranstalter zum Gastspiel der reformierten Band mit neuer weiblicher Stimme gekommen. Man wollte in vergangenen Pop-Zeiten schwelgen und die großen Hits von damals hören. Die wurden auch geboten, allerdings keineswegs verklärt und mit prägnantem Gitarrensound. Gut auch, dass Philipsson, in Schweden solo erfolgreich, erst gar nicht versuchte, Fredriksson zu kopieren, sondern Roxette ihren eigenen Stempel aufdrückte.
Die 60-Jährige ist mehr Rockröhre als reine Popsängerin, die Stimme rauer als die von Fredriksson (wenn auch nicht so markant), was den Songs keinesfalls schadete, ganz besonders nicht Krachern wie "Dressed For Success". Man musste sich bloß beim Opener "The Big L." eingewöhnen, beim nachfolgenden "Sleeping In My Car" zog Philipsson, die sich auch auf Stageacting versteht, das Publikum bereits auf ihre Seite. Niemand wird je Roxette-Balladen wie Fredriksson bringen, aber mit Hingabe machte Philipsson auch bei "Schmachthadern" wie "It Must Have Been Love" (gewidmet "besonders Marie") gute Figur.
Gessle, wie gehabt mit Gitarre, hatte wie die ganze Band, der einige Musiker angehören, die von Anfang an bei Roxette dabei waren, spürbar und sichtbar Spaß und übernahm immer wieder Gesangsparts, etwa bei "Crash! Boom! Bang!" in einer feinen Version oder dem fetzigen Bubble-Gum-Pop "She's Got Nothing On (But The Radio)". Ein folkiges Arrangement zwischendurch wurde ebenso untergebracht wie der "Donauwalzer", den Leadgitarrist Christoffer Lundquist seinem Instrument entlockte.
"Spending My Time" lieferten Gessle und Philipsson als erste Zugabe akustisch als Duo, ehe es mit "Listen To My Heart" und "The Look" ins überschwängliche Finale ging. Das Konzert war mit den seinerzeitigen Glanzzeiten der Hit-Lieferanten, als man die Stadthalle ausverkaufte, nicht zu vergleichen, aber auch keine reine Covershow. Roxette mit Marie Fredriksson bleibt unerreicht, aber Roxette neu kleidet die alten Hits zumindest in ein unterhaltsames Gewand zwischen Nostalgie und Auffrischung. Mehr wollten die 6.500 auch gar nicht: Es sollte eine Party sein und Gassenhauer wie "How Do You Do", "Dangerous" oder "Joyride" lieferten den Soundtrack dazu.
(Von Wolfgang Hauptmann/APA)
(S E R V I C E - https://roxette.se )
