Zwei epochale Salome-Darstellerinnen: Asmik Grigorian und Anja Silja mit Musikpreis-Gründer Karl-Michael Ebner
©Eszter BarabasGroße Namen und deutliche Worte in der Wiener Votivkirche: Beim 14. Österreichischen Musiktheaterpreis wurden die Besten der Branche ausgezeichnet. Zu den Geehrten zählen Anja Silja, Asmik Grigorian, Michael Spyres und Markus Hinterhäuser.
Große Bühne in großer Kulisse: In der Wiener Votivkirche wurde am Dienstagabend der 14. Österreichische Musiktheaterpreis verliehen. Neben zahlreichen Auszeichnungen für herausragende Leistungen auf und hinter der Bühne sorgten auch kulturpolitische Aussagen für Aufmerksamkeit.
Asmik Grigorian wurde für ihre „Norma“ am Musiktheater an der Wien als beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet. Michael Spyres überzeugte als Giovanni Pierluigi Palestrina in „Palestrina“ an der Wiener Staatsoper und gewann in der männlichen Hauptrolle.
Besondere Ehrungen gingen an zwei große Namen der Oper: Die 86-jährige Sopranistin Anja Silja erhielt den Preis für ihr Lebenswerk, der Publikumspreis ging an Bariton Leo Nucci.
Deutliche Worte von Markus Hinterhäuser
Mit dem Großen Preis der Jury wurde der ehemalige Intendant der Salzburger Festspiele Markus Hinterhäuser geehrt. Seine Dankesrede nutzte er für eine klare kulturpolitische Botschaft: „Die Kunst ist so viel größer als der Kleingeist der Politik.“ Die Laudatio hielt der große Schriftsteller Christoph Ransmayr.
Auch der Grazer Opernintendant Ulrich Lenz übte in seiner Rede Kritik an kulturpolitischen Entscheidungen. Die Salzburger Festspiele und die Volksoper Wien waren mit jeweils drei Auszeichnungen die am häufigsten prämierten Institutionen des Abends.
Alle Preisträger des Österreichischen Musiktheaterpreises 2026
Beste weibliche Hauptrolle: Asmik Grigorian als Norma in „Norma“ am Musiktheater an der Wien
Beste männliche Hauptrolle: Michael Spyres als Giovanni Pierluigi Palestrina in „Palestrina“ an der Wiener Staatsoper
Beste weibliche Nebenrolle: Patricia Nolz als Silla in „Palestrina“ an der Wiener Staatsoper
Beste männliche Nebenrolle: Jörg Schneider als Doktor in „Drei Schwestern“ bei den Salzburger Festspielen
Beste Gesamtproduktion Oper: „Zaide“ bei den Salzburger Festspielen
Beste Gesamtproduktion Operette: „Waldmeister“ beim Wiener Festjahr „Johann Strauss 2025“
Beste Gesamtproduktion Musical: „Briefe von Ruth“ an der Kammeroper Wien
Beste Ur-/Erstaufführung: „Alma“ an der Volksoper Wien
Beste Off-Produktion: „Eurobronski“ bei Bronski & Grünberg
Beste musikalische Leitung: Maxime Pascal für „Drei Schwestern“ bei den Salzburger Festspielen
Beste Regie: Claus Guth für „Blaubart“ und „Die menschliche Stimme“ bei den Festspielen Erl
Beste Ausstattung: Christian Schmidt für „Tannhäuser“ an der Oper Graz
Beste Gesamtproduktion Jugend: „Brundibár“ am Tiroler Landestheater Innsbruck
Beste Gesamtproduktion Tanz: „Kaiserrequiem“ an der Volksoper Wien
Bester Nachwuchs: Jasmin White für ihre Gesamtleistung der Saison 2024/25 an der Volksoper Wien sowie Benjamin Chamandy als Er in „Liebesgesang“ und als Ehemann in „Von Heute auf Morgen“ am Tiroler Landestheater Innsbruck
Publikumspreis: Leo Nucci
Verdienste um das Musiktheater – Fotografie: Axel Zeininger
Internationales Kulturengagement: Qin Wenchen
Großer Preis der Jury: Markus Hinterhäuser
Cross Over: Nils Strunk
Lebenswerk: Anja Silja

