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Unzählige Internet-Memes machten sich über die Band und ihren Frontmann Chad Kroeger lustig. Das Team von US-Senator Bernie Sanders verbreitete im Vorwahlkampf um das Präsidentenamt 2016 den Slogan "Trump mag Nickelback". Im selben Jahr befasste sich eine finnische Doktorandin sogar wissenschaftlich mit der Frage, warum der Hass auf die Band so groß ist. Der Titel ihrer Arbeit: "Hypocritical bullshit performed through gritted teeth" (etwa: "Geheuchelter Bullshit, zähneknirschend vorgetragen").
"Es gab Ideen, etwas psychedelisch Angehauchtes zu machen, etwas, das ein bisschen anders ist", sagt Nickelback-Bassist und Gründungsmitglied Mike Kroeger im dpa-Interview. "Wir haben uns zwar mit psychedelischen Themen befasst, aber wir haben noch nie einen Song gemacht, bei dem die Musik ein psychedelisches Feeling hatte." Das ist anders - obwohl der typische Nickelback-Sound natürlich nicht zu verleugnen ist und immer wieder durchscheint.
"Dieses Album spiegelt jede Seite der Band wider", sagt Kroeger. "Es sind Songs dabei, die so hart reinhauen wie alles, was wir sonst gemacht haben. Es sind aber auch Songs dabei, mit denen wir etwas riskieren und Songs, die uns daran erinnern, warum wir das alles zusammen machen."
"Rattle The Cage", die Singleauskopplung, mit der das Album startet, "fühlte sich perfekt an, um die Tür aufzustoßen. Es hat die Energie, von der wir uns jede Nacht auf der Bühne ernähren." Chad Kroegers Bruder Mike nennt das, was die Band - auch auf ihrem neuen Album, dem ersten seit 2022 - produziert, "Pop-Rock-Songs, Hard-Rock-Songs, die manchmal an etwas grenzen, das nah an Heavy Metal ist - und alles dazwischen".
Seit 30 Jahren machen Nickelback nun schon zusammen Musik, fast 60 Millionen Alben haben sie weltweit verkauft. Damit sind sie nach Angaben ihrer Plattenfirma eine der kommerziell erfolgreichsten Rockbands überhaupt. 2024 wurden sie in die kanadische Hall of Fame aufgenommen.
Aus Sicht von Mike Kroeger hat das Ganze auch viel mit den Kontroversen zu tun. "Die Wahrheit ist: Wenn du keine heftige Reaktion bei den Menschen auslöst, dann hast du wahrscheinlich nicht mehr viel Zeit. Wenn du auf der einen Seite die Fans und auf der anderen Seite die Hater hast, ist das erfolgversprechender, als wenn alle sich in der Mitte befinden und sagen: Es ist ganz okay. Dann bist du erledigt."
Doch das Ganze hatte auch seinen Preis, wie der 54-Jährige erzählt: "Mich persönlich haben die Memes nicht so sehr interessiert wie das Mobbing, dem meine Kinder ausgesetzt waren, weil sie damit in Verbindung gebracht wurden", sagt er. "Sie wurden gnadenlos gemobbt - wie Kinder das nun mal machen. Kinder können schrecklich sein, böse. Meine Kinder wurden beide deswegen fertig gemacht und ausgeschlossen. Das hat mich traurig gemacht. Und noch schlimmer war, dass sie es mir jahrelang nicht erzählt haben, um mich zu schützen."
Inzwischen sind seine Kinder erwachsen, machen selbst Musik, die Hasswelle scheint abgeebbt. "Ich weiß nicht, ob uns plötzlich alle mögen oder ob sie einfach zu den nächsten weitergezogen sind."
(Das Gespräch führte Britta Schultejans/dpa)
(S E R V I C E - https://nickelback.com - Konzertinfo:
