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"Musik ist eine Kunst, die sehr stark aufs Gefühl geht, auch Songtexte gehen stark aufs Gefühl", sagte Regener. "Die Vermischung von Politik und Gefühl ist keine gute Sache. Für mich ist es die Grundbedingung für Populismus und davon halte ich nichts." In der Politik gehe es um Aufklärung und Diskussion, um Ausgleich sowie sachliche Argumentation. "Alles Dinge, die in der Kunst überhaupt keinen Platz haben."
"Die Apologeten der politischen Musik tun immer so, als müsste die Musik sich der Politik unterordnen, als sei Politik viel wichtiger", kritisierte Regener, der gerade Mainzer Stadtschreiber ist. "Dabei haben wir in der Kunst eigentlich ganz andere Aufgaben: Wir müssen die Menschen mit ihrem Leben versöhnen, ihnen das Leben erträglich machen."
Der Mensch sei ein melancholisches Tier, das wisse, dass es sterben müsse. "Das macht dem Menschen zu schaffen", sagte der 65-Jährige. "Wir wissen nicht, was wir hier sollen." In der Kunst gehe es nicht darum, solch große Fragen zu lösen oder zu beantworten, das sei eher was für Theologen. "Sondern es geht darum, dass wir den Leuten Urlaub geben vom Ich, dass wir ihnen eine Distanz vermitteln zu ihrer eigenen Existenz."
Kunst sei dafür da, Menschen glücklicher zu machen, betonte Regener. "Wir machen die Leute nicht unbedingt klüger, wir machen sie auch nicht unbedingt besser, aber wir machen sie glücklicher." Diese wichtige gesellschaftliche Funktion von Kunst werde manchmal unterschätzt.
