Wegen der möglichen Besetzung von Karin Bergmann als Schauspielchefin hat das Kuratorium der Salzburger Festspiele dem Intendanten die „Gelbe Karte“ gezeigt.
Es geht wieder rund in Salzburg. Offenbar haben kundige Journalisten beim Intendanten Markus Hinterhäuser nachgefragt, wie ihm denn Karin Bergmann für das vakante Amt der Schauspielchefin gefiele. Er hat sie sehr gelobt, was ich verstehen kann, denn sie wäre nach zwei Katastrophen die Idealbesetzung.
Wenn das Kuratorium droht
Nun soll Hinterhäuser die (gesetzlich gar nicht geforderte) Ausschreibung unterlaufen haben, weil die frühere Burgtheaterdirektorin daraufhin als Favoritin geführt wurde, ohne sich beworben zu haben. Jetzt droht das politisch besetzte Kuratorium.
Woher der intrigengesteuerte Krawall kommt, kann man ahnen. Er kommt nicht nur von Branchenhalbtoten, die sich ins Radau-Segment gerettet haben, oder von verbitterten Rentnern aus der mittleren Salzburger Kulturnomenklatura, man kennt sie alle).
Diskrete Einschleusung
Zur Orientierung wäre aber doch zweierlei zu bemerken:
1.) pflegen sich Spitzenleute nicht zu bewerben, sondern werden seitens der Ausschreibenden diskret in den Ernennungsprozess eingeschleust.
Und 2.) ist der bevorstehende Salzburger Theatersommer mit Handke- und Jelinek-Uraufführungen erstmals seit Jahrzehnten derart spannend, dass man sich auf jeden Programmpunkt freut. Gestaltet hat das Ganze interimistisch Hinterhäuser, der auch den gefeierten „Jedermann" erfunden hat. Vom fulminanten Opernprogramm nicht zu reden. Also: Sollte es durch ein Versehen um Qualität gehen, möge man sich dringenderen Themen zuwenden.
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