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Kruder & Dorfmeister feierten 30 Jahre Debüt-LP "DJ-Kicks"

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Kruder & Dorfmeister am Donauinselfest 2021
©APA, FLORIAN WIESER
19. August 1996 - das ist das Datum des Erscheinens des legendären Debüt-Albums "DJ-Kicks" der Wiener Star-DJs Kruder & Dorfmeister. 30 Jahre und einen Tag danach feierte das Duo dieses Jubiläum am Donnerstagabend "live" in der gefühlt mehr als ausverkauften Wiener Open Air Arena. Die Soundtüftler rollten für die Fans ihre feinziselierten Klangteppiche effektvoll über die vom Nachmittags-Unwetter durchweichte Wiese aus - und brachten Jung und Alt erwartungsgemäß zum Tanzen.

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"DJ-Kicks war unser Ticket in die Welt, weg vom lokalen Phänomen hin zu einer globalen Ästhetik", blickten K&D kürzlich im APA-Interview gerne zurück zu den Anfängen. Was folgte, war eine globale Karriere mit Highlights wie etwa ihren Remixes für Madonna und Depeche Mode. Der Takt von "DJ-Kicks" war "Slowbeat", ein gechillter Flow an elektronischer Musik. Und so starteten die beiden auch in der Arena in ihre Jubiläumsshow: schwebend und laid back. Netter Gag: Als optische Untermalung diente ein aus dem Doppelporträt des Vinyl-Originalcovers digital animiertes Video, in dem die beiden voll relaxed im gemächlichen Takt ihrer Musik mit ihren Köpfen mitnickten.

Im Lauf des Abends wurde dann natürlich etwas am Tempo geschraubt, sonst wären die Fans wohl irgendwann selig entschlummert. Und Kruder & Dorfmeister nahmen sich auch so manchen Hit vor, der quasi dekonstruiert und im unverwechselbaren K&D-Stil wieder neu zusammengesetzt wurde, so etwa "1999" von Prince, "Come Together" von den Beatles, Bill Withers "Ain't No Sunshine", das vom zerbrechlichen Original allerdings zu einer ziemlich bombastischen Version mutierte - und schließlich Falcos "Kommissar". Hier zeigte sich, dass DJ-Profis zwar ikonische Hits ordentlich "zerlegen" und als quasi neues, eigenständiges Werk wieder erschaffen können; es zeigte sich aber leider auch, dass dabei die Magie und der Groove völlig verloren gehen können.

Knapp eineinhalb Stunden - übrigens ist dies zufällig exakt die Länge des K&D-Megawerkes "DJ-Kicks" - spielten die beiden (Klang-)Nummer um Nummer, nur einmal kurz durch eine Begrüßung der Fans unterbrochen. Dann folgten eine halbe Stunde Zugaben - und der Abend endete unvermittelt mit einer kurzen Rede von Peter Kruder. Da wurde bewusst, dass das Ganze - so professionell es auch realisiert war - eben doch kein echtes Livekonzert mit einer emotionalen Klimax, sondern "nur" ein DJ-Set war. Daran änderte auch nichts, dass Richard Dorfmeister dann und wann live zur E-Gitarre und einmal sogar zur Querflöte griff. Besonders bei den Uptempo-Nummern gingen die Beats von Kruder & Dorfmeister natürlich direkt in die (Tanz-)Beine. Aber sie gingen nicht ins Herz.

(Von Werner Müllner/APA)

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