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Judith Owen bringt "das echte New-Orleans-Gefühl" nach Wien

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Judith Owen ist live eine Naturgewalt
©REBECCA SAPP, Getty Images North America, APA
Judith Owen ist eine Naturgewalt: Die walisische Sängerin, in London und New Orleans lebend, ist für ihren kraftvollen, genreübergreifenden Stil aus Jazz, Blues, Pop und Musical bekannt. Zuletzt widmete sie das Album "Suit Yourself" der Geburtsstadt des Jazz. Am 27. Oktober tritt sie in der Szene Wien auf. "Ich bringe nicht nur das echte New-Orleans-Gefühl mit, sondern auch eine außergewöhnliche Band aus New Orleans", sagt die 57-Jährige im APA-Interview.

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"Man kann sich auf großartigen Jazz, Blues und Gospel freuen", rührt die Künstlerin die Werbetrommel. "Für mich geht es vor allem um die Freude am Liveerlebnis. Aber auch das gesamte Album - die Musik auf 'Suit Yourself' - strahlt Freude aus. Selbst im Blues steckt Freude. Ich glaube, genau darum geht es bei dieser Musik: Freude zu finden, man selbst zu sein - ganz ungehemmt -, gerade in einer Zeit, in der viele Menschen zu kämpfen haben und es schwerfällt, das Glück zu finden."

Owen, verheiratet mit dem Schauspieler Harry Shearer, schreibt nicht nur eigene Songs, sondern macht sich auch Klassiker aus diversen Genres zu eigen ("die für mich so klingen, als hätte ich sie selbst geschrieben"). So verwandelte sie vor längerer Zeit den Rocksong "Smoke On The Water" in einen ruhigen Blues. "Ich liebe es, zwischen diesen Welten zu stehen: einerseits Songwriterin zu sein, aber andererseits auch diese wunderbaren Songs - diese Standards - neu zu arrangieren", betont sie. "Und ich bin eine echte Entertainerin, eine echte Frontfrau, die das Sagen hat", fügt sie laut lachend hinzu.

Mit New Orleans habe sie sich lange, bevor sie in The Big Easy gezogen ist, verbunden gefühlt: "Schon als kleines Mädchen habe ich in der Musiksammlung meines Vaters - er war Opernsänger - unglaublich viel Jazz und Blues gehört. Vieles davon stammte aus New Orleans oder aus New York. Wir haben sehr viel 'schwarze Musik' gehört, für das Umfeld eines klassischen Musikers eher ungewöhnlich. Als ich dann nach New Orleans kam, hatte ich das Gefühl, nach Hause zu kommen."

Das Besondere an New Orleans sei, "dass man ganz man selbst sein kann und dafür geschätzt wird - dafür, absolut authentisch und einzigartig zu sein, eine ganz eigene Stimme zu haben oder einen bestimmten Look zu pflegen. All das wird akzeptiert", so Owen. "Ich bin mit Opern aufgewachsen, mit Musicals, mit Klassik, Jazz, Blues, Gospel, mit Stevie Wonder, Joni Mitchell, mit jeder nur erdenklichen Art von Musik. Wie ein Schwamm habe ich alles aufgesogen. In New Orleans, im 'Gumbo-Land', haben die Leute kein Problem damit, wenn man all das vermischt."

Ihre Erwartungen an New Orleans seien bei ihrer Übersiedlung dorthin sogar übertroffen worden: "Alles ist hier voller Musik, ständig finden Partys statt. Jede Woche gibt es irgendein Fest. Die Menschen haben eine Lebenseinstellung nach dem Motto: 'Man weiß nie, ob es ein Morgen gibt. Also feiert man besser heute.' Das verändert die eigene Sichtweise. Diese Stadt lebt seit Jahrhunderten am Abgrund - sei es durch Krankheiten, Hurrikans oder was auch immer. Es herrscht immer dieses Gefühl: 'Oh, das hier könnte alles ganz schnell vorbei sein.'"

Es gibt Schattenseiten, weiß Owen. "Natürlich hat New Orleans auch Probleme - wie der Süden Amerikas insgesamt -, bedingt durch Armut, Rassismus, Ungerechtigkeit und Hass. Diese Stadt, die Geburtsstätte des Jazz, hatte immer mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt und wurde vom übrigen Amerika stets schlecht behandelt. Man ist daran gewöhnt. Daher rührt auch diese Mentalität: 'Genieße das Leben - jetzt!'"

Für ihre nach Wien führende Tournee hat Owen eine Art All-Star-Band zusammengestellt. "Musikalisch ist damit unglaublich viel möglich. Wir können sowohl groß und wuchtig als auch ganz intim und leise klingen. Ich kann die Besetzung auf zwei oder drei Musiker reduzieren, aber auch richtig aufdrehen und diese kraftvolle, freudvolle Energie entfesseln. Es wird eine Show! Zweifellos! Jemand hat sie als Minimusical bezeichnet. Das ist sie auch."

(Das Gespräch führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - https://judithowen.net - https://szene.wien/events/judith-owen )

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