Am 15. April präsentierten Grabmayr Estate und NEWS das Buch „Statements“ in der „Galerie bei der Albertina Zetter“ – Erzählungen aus erster Hand berichten darin aus dem Leben des Materialkünstlers Franz Grabmayr.
„Ein besseres Datum kann es nicht geben“, eröffnet NEWS-Herausgeber Helmut Schoba die Buch-Präsentation in der Galerie bei der Albertina Zetter im Beisein geladener Gäste aus Kultur und Wirtschaft. Präsentiert wurde am Geburtstag Leonardo Da Vincis das Buch „Statements“, das basierend auf Erzählungen von Menschen – die den Künstler Franz Grabmayr in unterschiedlichen Lebens- und Schaffensphasen begleitet und unterstützt haben – ein konkretes Bild des Ausnahmekünstlers skizziert.


An der Seite von Grabmayr Estate-CEO Jakob Grabmayr führte NEWS-Kunstredakteur und Autor des Buches "Statements" Patrick Schuster durch die Buchpräsentation
© Eszter BarabasZeitzeugnisse für die Ewigkeit
An der Seite von Grabmayr Estate-CEO Jakob Grabmayr führte NEWS-Kunstredakteur Patrick Schuster durch den Abend. „Jakob hatte mich damals motiviert, Menschen zu treffen, die aus erster Hand von seinem Vater erzählen können“, erinnert sich Schuster an die Zeit der Produktion. „Besonders stolz macht es mich, dass uns damit Zeitzeugnisse gelungen sind, die heute in dieser Form leider nicht mehr möglich wären – Hannes Androsch verstirbt wenige Monate nach unserem Treffen und Herbert Brandl, völlig überraschend, rund ein Jahr danach.“
Nicht weniger erfreut zeigt sich Jakob Grabmayr: „Weder handelt es sich um ein klassisches Kunstbuch noch eine Biografie, sondern um eine sehr persönliche Publikation – es freut mich, dass wir es geschafft haben, all die darin enthaltenen Erinnerungen für die Nachwelt zu konservieren.“ Sein Dank gilt all jenen, die dieses Projekt überhaupt erst möglich gemacht haben. Allen voran den Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern seines Vaters.


Renate Loucky und Christa Ursuliak, ehemalige Tänzerinnen des Wiener Staatsopernballets, berichteten von ihrer Zeit mit Franz Grabmayr im Haus am Ring
© Eszter BarabasErinnerungen aus erster Hand
Die beim Event anwesenden bat Schuster kurz von deren Erlebnissen mit dem Künstler zu berichten: So erinnerten sich Renate Loucky und Christa Ursuliak – ehemalige Tänzerinnen des Staatsopernballetts – an den ungewöhnlichen Umstand eines malenden Grabmayrs, der wie besessen während der Proben und Aufführungen sein graphisches OEuvre in den 1970er-Jahren im Haus am Ring revolutionierte. „Am Abend haben die grellen Scheinwerfer beim Abgang von der Bühne dermaßen geblendet, dass wir scherzhaft meinten: Pass‘ auf, dass du nicht über den Grabmayr fällst – der damals immer kniend in der ersten Gasse arbeitete“, erinnert sich Loucky.
Idee und Inhalte basieren auf Texten, die im Rahmen einer Medienkooperation im Magazin NEWS sowie auf news.at erschienen sind.
Bedeutende Wegbegleiter:innen Grabmayrs eröffnen darin neue Blickwinkel – sowohl auf den Menschen als auch dessen Schaffen.

Klaus Albrecht Schröder, der Grabmayr 2024 eine große Ausstellung in der Albertina – ohne Frage das museale Highlight in der Ausstellungsvita des Künstlers – widmete, lieferte einen kunsthistorischen Spontan-Exkurs: Im fiktiven Dialog zwischen seinem langjährigen Freund Grabmayr, Da Vinci und anderen Größen der Kunstgeschichte kommt er zu dem Punkt, dass es Grabmayr in seiner dynamischen Darstellung nie um eine anatomisch korrektes Abbild der Physis ging, sondern um die Metamorphose des bewegten Körpers während des Tanzes.


Grabmayrs Witwe Ingrid Grabmayr erzählte vom schicksalhaften Kennenlernen im Louvre 1956
© Eszter BarabasUnterstützung eines Lebenswerkes
Das emotionale Highlight waren ohne Frage Anekdoten der Witwe des 2015 verstorbenen Ausnahmekünstler: Ingrid Grabmayr berichtete von ihrem Leben an der Seite des Künstlers und erzählte von der Weichenstellung, die ihr das Schicksal am 25. Juli 1956 im Louvre bescherte. Im Antlitz der Mona Lisa kam durch die geöffneten Türen ein Mann auf sie zugestürmt. Ihr den Ausstellungkatalog aus der Hand reißend und geradezu wie besessen darin blätternd, stellt er erleichtert fest, alle bedeutenden Werke gesehen zu haben. Wenn sie wolle, würde er sie mit ihr gerne ein weiteres Mal besichtigten. Sie wollte: „Franz meinte damals, dass auch er eines Tages große Kunst für die Museen machen wolle – ich empfand diese schicksalhafte Fügung als Auftrag zur Unterstützung eines Lebenswerkes.“ 59 Jahre verbringt sie fortan an der Seite Grabmayrs bis zu dessen Tod – sie erfüllte ihm nicht bloß den Wunsch einer Familie, sondern wird als größter Förderin des Werkes ihres Mannes zur zentralen Figur seines Schaffens. Ohne ihr bedingungsloses Zutun wäre das Werk Grabmayrs nicht das, das wir heute bestaunen. Ohne sie wäre dieses Buch nicht das, was es letztlich ist – eine Sammlung von Geschichten, wie sie bloß das Leben im Stande ist zu schreiben.
KUNSTTIPP
Arbeiten auf Papier
Ab 19. Mai zeigt die Galerie bei der Albterina Zetter (1., Lobkowitzplatz 1) eine Auswahl von Grabmayrs Arbeiten auf Papier. Eröffnet wird die Ausstellung von Klaus Albrecht Schröder.







