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Vom Papst in die Stadthalle: Bob Dylans Herbst-Tour führt mit 85 nach Österreich

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Der Besuch fand während Dylans Italien-Tournee statt und diente dem Vatikan laut Angaben als Brücke zwischen Kirche und Popkultur; Papst Leo überreichte Dylan einen Rosenkranz, Dylan schenkte dem Papst ein Exemplar seiner Autobiografie „Chronicles: Volume One“

©AFP, APA, HANDOUT, VATICAN MEDIA

Bob Dylan war zu Gast bei Papst Leo XIV., kommende Woche steht er in Österreich auf der Bühne. Was beim Treffen im Vatikan geschah, wann der Nobelpreisträger in Wien und Salzburg spielt und wie aus Robert Zimmerman eine Legende wurde.

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Bob Dylan hat in dieser Woche einen Termin wahrgenommen, der selbst in seiner an Höhepunkten reichen Laufbahn heraussticht: Am 4. November 2026 empfing ihn Papst Leo XIV. im Apostolischen Palast, wie das vatikanische Nachrichtenportal Vatican News über die Begegnung berichtet. Der 85-jährige Literaturnobelpreisträger ist auf Europatournee, und die führt ihn nach Stationen in Rom, Bologna und Ljubljana kommende Woche nach Österreich. Am 11. und 12. November spielt Dylan in der Halle D der Wiener Stadthalle, am 14. November in der Salzburg Arena, so steht es im Tourkalender auf seiner offiziellen Website.

Dass ein Papst einen Rockmusiker im Apostolischen Palast empfängt, ist ungewöhnlich. Bei Dylan schließt sich damit ein Kreis: Leo XIV. hatte schon im Sommer eine Zeile aus einem Song zitiert, den der Musiker 1963 geschrieben hatte. Und mehr als sechs Jahrzehnte nach seinem ersten Album ist Dylan mit 85 Jahren noch immer auf Tournee: Allein zwischen 7. November und 8. Dezember stehen 19 Konzerte in seinem Kalender.

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Bob Dylan bei seinem Besuch bei Papst Leo XIV. im Apostolischen Palast im Vatikan am 4. November 2026.

 © AFP, APA, HANDOUT, VATICAN MEDIA

Was beim Treffen mit Papst Leo XIV. geschah

Die Begegnung am Nachmittag des 4. November war kurz, es blieb laut Vatican News bei Begrüßungen und einem lockeren Austausch. Der Papst schenkte Dylan einen Rosenkranz, Dylan überreichte ihm im Gegenzug ein Exemplar seiner Autobiografie Chronicles: Volume One. Begleitet wurde der Musiker vom Jesuiten Antonio Spadaro und von Andrea Monda, dem Chefredakteur der Vatikanzeitung L'Osservatore Romano. „Es war eine unglaublich bewegende Erfahrung, eine Begegnung, die sich wahrhaft historisch anfühlte“, schrieb Spadaro danach in den sozialen Netzwerken.

Der Kontakt kam nicht aus dem Nichts. Im Juli 2026 hatte Leo XIV. Dylan im Vorwort eines Buches des vatikanischen Verlags Libreria Editrice Vaticana zum Thema Frieden zitiert, und zwar mit einer Zeile aus dem Song Go Away You Bomb aus dem Jahr 1963. Auch eine frühere Begegnung mit einem Papst gab es bereits: 1997 trat Dylan beim Eucharistischen Kongress in Bologna vor Johannes Paul II. auf. Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre hatte sich der Musiker zeitweise intensiv dem Christentum zugewandt.

Wann spielt Bob Dylan in Wien und Salzburg?

Den Abstecher in den Vatikan legte Dylan während seiner Italien-Etappe ein. Für den 5. November war laut Vatican News ein Konzert im römischen Palazzo dello Sport angesetzt, im Rahmen der Herbstetappe seiner Rough and Rowdy Ways Tour. Am Samstag, dem 7. November, steht er in der Unipol Arena in Bologna auf der Bühne, am 9. November in der Arena Stožice in Ljubljana. Danach folgen laut seiner Website die beiden Abende in der Wiener Stadthalle am 11. und 12. November sowie das Konzert in der Salzburg Arena am 14. November.

Von Salzburg reist Dylan weiter nach Deutschland, mit Auftritten in München, Freiburg, Stuttgart und Frankfurt, und anschließend nach England. Den Abschluss des Tourkalenders bilden fünf Abende in der Londoner Royal Festival Hall vom 3. bis 8. Dezember. Für seine Fans gibt es zudem neues Material aus dem Archiv: Am 6. November erschien die Sammlung The Rolling Thunder Revue: The 1976 Live Recordings mit Konzertmitschnitten aus dem Jahr 1976.

Herkunft: Robert Zimmerman aus Minnesota

Bob Dylan kam am 24. Mai 1941 in Duluth im US-Bundesstaat Minnesota zur Welt, wie die Nobelpreis-Stiftung in ihrer Biografie festhält. Sein ursprünglicher Name war Robert Zimmerman, seine Großeltern waren jüdische Einwanderer aus dem Gebiet der heutigen Ukraine und Litauens. Aufgewachsen ist er in Hibbing im Norden Minnesotas.

Aus Robert Zimmerman wurde Bob Dylan, der Name, unter dem ihn heute die ganze Welt kennt. Der Weg aus der Provinz des Mittleren Westens führte über die Folkmusik, deren Erzähltradition seine Lieder bis heute prägt. Genau diese Verwurzelung in der amerikanischen Songtradition sollte Jahrzehnte später auch die Schwedische Akademie hervorheben.

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Bob Dylan wandte sich intensiv dem Christentum zu

Bob Dylan und Papst Leo XIV. bei ihrer Begegnung im Apostolischen Palast am 4. November 2026.

 © Handout, APA, VATICAN MEDIA

Durchbruch: Vom Debütalbum zu Highway 61 Revisited

1962 erschien sein Debütalbum, schlicht Bob Dylan betitelt. Wie schnell er sich danach weiterentwickelte, zeigen die Alben, die die Nobelpreis-Stiftung als Meilensteine nennt: Bringing It All Back Home und Highway 61 Revisited erschienen beide 1965, ein Jahr später folgte Blonde on Blonde. Innerhalb von nur vier Jahren war aus dem Debütanten einer der einflussreichsten Songwriter seiner Zeit geworden.

1975 veröffentlichte er Blood on the Tracks, ein weiteres Album, das die Stiftung in ihrer Biografie eigens erwähnt. Im Weißen Haus würdigte man ihn später als einen der einflussreichsten amerikanischen Musiker des 20. Jahrhunderts, als Präsident Barack Obama ihn 2012 unter die Trägerinnen und Träger der Presidential Medal of Freedom aufnahm, der höchsten zivilen Auszeichnung der USA.

Spätwerk: Neue Alben und eine Autobiografie

Anders als viele Weggefährten hat Dylan nie aufgehört, neue Musik zu veröffentlichen. Die Nobelpreis-Stiftung hebt aus seinem späteren Werk die Alben Oh Mercy von 1989, Time Out of Mind von 1997 und Modern Times von 2006 hervor. Damit erreichte er auch ein Publikum, das bei seinen ersten Erfolgen noch gar nicht geboren war.

2004 legte er mit Chronicles den ersten Band seiner Erinnerungen vor, genau jenes Buch, das er nun dem Papst als Geschenk mitbrachte. Dass ein Musiker mit Mitte 80 noch einen Tourkalender mit Konzerten in fünf Ländern innerhalb eines Monats absolviert, ist ungewöhnlich. Für Dylan gehört die Bühne zum Werk wie die Platten.

Nobelpreis, Oscar, Pulitzer: Seine wichtigsten Auszeichnungen

2016 erhielt Bob Dylan den Nobelpreis für Literatur, und zwar ungeteilt. Die Schwedische Akademie zeichnete ihn laut der offiziellen Preisseite dafür aus, „neue poetische Ausdrucksformen innerhalb der großen amerikanischen Songtradition geschaffen“ zu haben. Damit ging der Literaturnobelpreis an einen Mann, der vor allem für seine Lieder bekannt ist.

Schon zuvor hatte er zahlreiche Ehrungen gesammelt. 1988 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, die Laudatio hielt Bruce Springsteen. Bei der Oscarverleihung am 25. März 2001 gewann er laut der Academy of Motion Picture Arts and Sciences den Preis für den besten Filmsong, für Things Have Changed aus dem Film Wonder Boys. 2008 erhielt er eine Sonderauszeichnung des Pulitzer-Preises für seinen tiefgreifenden Einfluss auf die Popmusik und die amerikanische Kultur, 2009 folgte die National Medal of Arts.

Quellen

Vatican News: Pope Leo receives Bob Dylan at the Vatican (4. November 2026)

Bob Dylan, offizielle Website: On Tour (2026)

Nobelpreis-Stiftung: Bob Dylan, Biographical (2016)

The Pulitzer Prizes: Bob Dylan, Special Awards and Citations (2008)

Academy of Motion Picture Arts and Sciences: The 73rd Academy Awards (2001)

Quelle: APA

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