Als „Bezaubernde Jeannie“ wurde sie zum Weltstar. Eine Karriere zwischen Hollywood, Kultrolle, schwierigen Zeiten und ihrer besonderen Verbindung zu Deutschland.
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Bevor sie als Flaschengeist weltberühmt wurde, hatte Barbara Eden in Hollywood schon kleine Höhenflüge hinter sich – an der Seite von Elvis Presley in „Flammender Stern“ oder mit Clint Eastwood in der Serie „Rawhide“.
Ende Mai, zu Eastwoods 96. Geburtstag, gratulierte Eden ihm mit einem kessen Foto aus alten Zeiten. „Auf all den Spaß, den wir bei 'Rawhide' hatten!“, schrieb sie auf X. Nun kann sie sich selbst über Glückwünsche freuen. Am 23. August wird sie 95 Jahre alt.
Traumfrau aus der Flasche
Vor über 60 Jahren hatte die freche Rolle aus der Hit-Sitcom „Bezaubernde Jeannie“ (mit dem englischen Titel „I Dream of Jeannie“) Eden über Nacht zum Fernsehstar gemacht. Die amerikanische Schauspielerin wurde zur vermarkteten Traumfrau, die als Jeannie-Puppe, in Comic-Heften und auf Plastikflaschen ihren neckischen Augenaufschlag zum Besten gab. Erst nach fünf Jahren und 139 Folgen wurde die Show 1970 in den USA eingestellt.
Nackter Bauch, aber kein Bauchnabel
„Ich mag Jeannie wirklich“, betonte Eden kurz vor ihrem 90. Geburtstag im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin stolz auf sie und habe überhaupt keine Probleme mit ihr.“ Beim Serienstart 1965 galten allerdings strenge Regeln. Das orientalische Kostüm musste züchtig sein: Bikinioberteil und Pluderhosen, dazwischen nackter Bauch, aber der Bauchnabel durfte nicht zu sehen sein.
„Das war etwas anderes, auch wegen der Fantasy-Geschichte im Stil von Tausendundeiner Nacht. Ich hatte vorher schon eine Menge sexy Mädchen gespielt, aber keines davon im Chiffon-Outfit.“
Die Jeannie-Tricks, mit denen sie als hübscher Flaschengeist dem Astronauten Major Nelson (gespielt von „Dallas“-Bösewicht Larry Hagman) einst den Kopf verdrehte, zeigt sie immer noch gerne vor. Im April postete Eden auf X ein kurzes Video, um den vier Astronauten von der jüngsten Mondmission „Artemis 2“ zu gratulieren.
Noch Mut zum bauchfreien Kostüm
Beim Life Ball in Wien schlüpfte Eden 2013 – mit 81 Jahren – noch bereitwillig in das bauchfreie Kostüm mit Haremshose und Kopfschleier. Es war eine Benefizveranstaltung zugunsten HIV-infizierter Menschen. „Das war mutig“, erzählte die Schauspielerin lachend im dpa-Interview.
Im vorigen Oktober blickte Eden in der US-Sendung „Entertainment Tonight“ zum 60. Jubiläum der Serie auf ihre Jeannie-Rolle zurück. In ihrem Haus in Beverly Hills bewahrt sie noch Kostüme, bauchige Flaschen und andere Andenken auf. Ihr habe es gefallen, dass Jeannie kein Sexsymbol, sondern eine liebenswerte und lustige Figur war, sagte Eden.
Sie habe großes Glück gehabt, nicht gefeuert zu werden. Denn gerade, als die Serie vom Sender NBC gekauft wurde, erfuhr die Schauspielerin, dass sie schwanger war. Serien-Schöpfer Sidney Sheldon hätte sich für sie eingesetzt, erzählte Eden. Mit Tüchern und anderen Tricks hätten sie den wachsenden Babybauch am Set verbergen können.
Barbara Eden in ihrer Paraderolle als Flaschengeist Jeannie in der Erfolgsserie „Bezaubernde Jeannie“.
© Imago / Capital PicturesAls Kind schüchtern
Der Weg zum TV-Star war nicht leicht. Wegen einer Sehstörung trug Eden als Kind eine Brille mit Augenklappe. Die Mutter verordnete dem schüchternen Mädchen Gesangsstunden. Als Teenager wollte die im US-Staat Arizona geborene und im kalifornischen San Francisco aufgewachsene Eden zunächst Sängerin werden. In Hollywood nahm sie Schauspiel- und Tanzunterricht und wurde auf einer Clubbühne von einem Filmproduzenten entdeckt.
Schwierige Zeiten
Es war kein reines Glamour-Leben, wie Eden 2011 in ihren Memoiren mit dem Titel „Jeannie Out of the Bottle“ (etwa: Jeannie aus der Flasche heraus) schilderte. Darin schrieb sie auch über Depressionen und erfolglose Jahre, über zwei gescheiterte Ehen und den Drogentod ihres einzigen Sohnes.
Matthew, aus der Ehe mit Schauspieler Michael Ansara, kam 2001 im Alter von 35 Jahren durch eine Überdosis Heroin ums Leben. Eden setzte sich danach verstärkt für Suchtkranke und andere Hilfsprojekte ein. Ihrem dritten Ehemann, dem Architekten Jon Eicholtz, hatte sie 1991 das Ja-Wort gegeben.
Seit 2010 twitterte die Schauspielerin ihren mehr als 88.000 Followern häufig Neuigkeiten über TV-Gastrollen und Auftritte zu. Auf ihrer Webseite bietet sie Poster mit Autogrammen, Kalender und andere „Jeannie“-Andenken zum Verkauf an.
Erinnerungen an Deutschland
Mit Deutschland würde sie „wunderbare“ Erinnerungen verbinden, erzählte Eden 2021 der dpa. Gleich zu Beginn ihrer Karriere drehte sie dort den Fantasy-Film „Die Wunderwelt der Gebrüder Grimm“ (1962) an der Seite von Karlheinz Böhm. Sie sei damals ständig für eine Deutsche gehalten worden und habe mit ihrem kleinen Wortschatz meist das Wort „Nein“ benutzt, erinnerte sich der Star. Sie schwärmte von den Dreharbeiten in alten Schlössern, von ihrem Filmpartner Böhm und von „großen Mengen“ Schokolade.
Im Juni, am Rande einer Benefizveranstaltung in Los Angeles, erzählte Eden der US-Zeitschrift People, dass sie sich sehr über die vielen „Jeannie“-Fans in aller Welt freue. Sie würde immer noch eine Menge Fan-Post bekommen. Mit Blick auf ihren 95. Geburtstag sagte der Star, sie sei „froh, gesund zu sein“ und sie schätze sich glücklich, eine gute Familie und gute Freunde zu haben.
