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Sky will die ITV-Sender übernehmen: Britische Regierung prüft ein Eingreifen

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Eine Frau sitzt auf einem Sofa und sieht fern
Foto:©Unsplash/Roberto Nickson

Der Pay-TV-Konzern Sky will für 1,6 Milliarden Pfund die Sender und die Streamingplattform von ITV kaufen. Nun signalisiert die britische Regierung, dass sie den Deal wegen der Meinungsvielfalt genauer prüfen könnte, und will dabei erstmals auch Streaming ins Medienrecht holen.

News auf Google bevorzugen

Nandy ist geneigt einzugreifen

Die britische Kulturministerin Lisa Nandy erwägt, die geplante Übernahme des ITV-Sendergeschäfts durch Sky einer vertieften Prüfung zu unterziehen. Sie sei „geneigt einzugreifen“, teilte Nandy mit, betonte aber, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Sky und ITV haben bis 20. Oktober Zeit, auf ihre Bedenken zu antworten.

Nandy stützt sich auf mehrere Gründe des öffentlichen Interesses, die das britische Recht bei Medienfusionen vorsieht. Dazu zählen die freie Meinungsäußerung in den Nachrichtenmedien, eine ausreichende Vielfalt an Sichtweisen und an Eigentümern sowie ein breites Programmangebot im ganzen Land.

Was Sky kaufen will

Sky will für rund 1,6 Milliarden Pfund die Sparte Media & Entertainment von ITV übernehmen. Dazu gehören die linearen Sender und die Streamingplattform ITVX. Nicht Teil des Geschäfts ist die Produktionsfirma ITV Studios, die eigenständig bleibt und weiterhin an verschiedene Abnehmer liefern kann. Mit erworben würde Love Productions, die Firma hinter der Backshow The Great British Bake Off.

ITV erreicht nach Unternehmensangaben jede Woche rund 40 Millionen Menschen. Gemeinsam kämen Sky und ITV auf etwa ein Fünftel der Fernsehnutzung in britischen Haushalten, hinter der BBC und vor YouTube. Die Nachrichtenredaktionen Sky News und ITV News sollen laut den Unternehmen redaktionell getrennt bleiben.

Streaming soll ins Medienrecht

Neu an Nandys Begründung ist der Blick auf Abrufangebote. Sie befürchtet, dass der Deal die Verfügbarkeit eines breiten und hochwertigen Programms auf Streamingplattformen beeinträchtigen könnte. Das geltende Gesetz sei zu einer Zeit entstanden, in der vor allem lineares Fernsehen geschaut wurde, sagte die Ministerin.

Sollte sie auf dieser Grundlage eingreifen, will Nandy das Gesetz ändern lassen, damit die Prüfung des Programmangebots künftig auch für On-Demand-Inhalte gilt. Damit würde Großbritannien sein Medienfusionsrecht an die veränderten Sehgewohnheiten anpassen.

Wie es weitergeht

Erlässt Nandy nach der Antwortfrist eine formelle Interventionsanordnung, prüft die Medienbehörde Ofcom die Folgen für die Meinungsvielfalt. Parallel untersucht die Wettbewerbsbehörde CMA die Auswirkungen auf den Wettbewerb. Danach entscheidet die Ministerin, ob der Fall in eine vertiefte Prüfung durch die CMA geht. Über ihre Entscheidung will sie das Parlament so bald wie möglich informieren.

Sky erklärte, man werde das Schreiben der Ministerin sorgfältig prüfen. Der Konzern argumentiert, der Zusammenschluss schaffe ein stärkeres britisches Medienunternehmen, das besser mit globalen Streamingdiensten konkurrieren könne. Sky habe sich verpflichtet, die Identität von ITV, das frei empfangbare Angebot und die Auflagen als Public-Service-Sender zu wahren.

Warum der Fall über Großbritannien hinaus zählt

Klassische Fernsehsender stehen in ganz Europa unter Druck, weil Werbegeld und Publikum zu Plattformen wie Netflix und YouTube abwandern. Zusammenschlüsse gelten in der Branche als eine mögliche Antwort. Gleichzeitig wachsen die Sorgen, dass immer weniger Unternehmen kontrollieren, was Menschen zu sehen bekommen.

Ähnliche Bedenken hatte Nandy zuvor bei der Fusion von Paramount und Warner Bros. Discovery geäußert, die schließlich ohne britisches Eingreifen abgeschlossen wurde. Wie sie im Fall Sky und ITV entscheidet, dürfte zeigen, wie streng Großbritannien Medienkonzentration im Streaming-Zeitalter künftig bewertet.

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