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KI und Journalismus: New York Times und AFP treten der Verlagsallianz SPUR bei

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Foto: Pixabay/Joa70 (Symbolbild)©Pixabay/Joa70

Die internationale Verlagsallianz SPUR will verhindern, dass KI-Unternehmen Nachrichten ohne Erlaubnis nutzen und daran verdienen. Nun sind unter anderem die New York Times, die Nachrichtenagentur AFP und der deutsche Zeitungsverlegerverband BDZV beigetreten. Was die Allianz vorhat und wie ihr erster Standard funktioniert.

News auf Google bevorzugen

Mehr als 80 Mitglieder aus über 20 Ländern

Der Streit zwischen Medienhäusern und KI-Unternehmen bekommt eine neue Front. Die Allianz SPUR, kurz für Standards for Publisher Usage Rights, hat am 12. Oktober mehr als 40 neue Mitglieder vorgestellt. Darunter sind die New York Times, die französische Nachrichtenagentur AFP und das britische Wirtschaftsmagazin The Economist. Insgesamt umfasst die Allianz damit mehr als 80 Mitglieder aus über 20 Ländern.

Auch der deutschsprachige Raum ist vertreten: Neu dabei sind der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger BDZV aus Deutschland und die Neue Zürcher Zeitung aus der Schweiz. Dazu kommen unter anderem The Atlantic, ITV News, The Observer, L’Équipe, Radio France sowie Verlagsgruppen aus Japan, Brasilien, Argentinien und Mexiko.

Was die Allianz von KI-Firmen will

Gegründet wurde SPUR im Februar von der BBC, der Financial Times, dem Guardian, dem Telegraph und Sky News. Im Sommer schloss sich die US-Nachrichtenagentur Associated Press an. Ziel ist, dass KI-Unternehmen journalistische Inhalte nicht ohne Erlaubnis für ihre Systeme verwenden und daran verdienen.

Lizenzen verhandelt die Allianz nicht selbst, das bleibt Sache der einzelnen Medienhäuser. SPUR entwickelt stattdessen gemeinsame Regeln und technische Werkzeuge, mit denen Verlage nachvollziehen können, wie KI-Systeme ihre Inhalte nutzen, und dafür bezahlt werden können. Die Allianz versteht sich als branchengetragene, gemeinnützige Organisation.

So soll der erste Standard funktionieren

Im Oktober hat SPUR seinen ersten technischen Standard vorgestellt. Er gibt KI-Anwendungen und Modellentwicklern eine einheitliche Methode, um festzuhalten, wann sie einen Artikel abrufen, ihn für eine Antwort verwenden, ihn zitieren oder Nutzerinnen und Nutzern anzeigen. Diese Aufzeichnungen sollen an die Verlage zurückgemeldet werden.

Damit wollen die Medienhäuser erstmals belastbar sehen, in welchem Umfang ihre Texte in KI-Antworten einfließen. Nach eigenen Angaben steht SPUR dazu mit mehreren Technologieunternehmen in Gesprächen, darunter Google, OpenAI, Anthropic und Mistral sowie die Infrastrukturanbieter Cloudflare und Fastly. Zudem hat die Allianz getestet, wie gut sich Verlage gegen automatisierte Webcrawler wehren können.

Warum das Thema Medien weltweit beschäftigt

KI-Chatbots und Suchmaschinen mit KI-Zusammenfassungen beantworten Fragen zunehmend direkt, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer die Seiten der Medien aufrufen. Verlage fürchten, dass ihnen dadurch Reichweite und Einnahmen verloren gehen, während KI-Firmen mit ihren Inhalten Geschäfte machen. Einige Medienhäuser haben Lizenzverträge mit KI-Anbietern geschlossen, andere ziehen vor Gericht.

„Der Schutz geistigen Eigentums und technologischer Fortschritt können und müssen nebeneinander bestehen“, sagt Rebecca Grossman-Cohen, die bei der New York Times für strategische Partnerschaften zuständig ist. SPUR-Mitgründer David Buttle formuliert es so: „Wir können nicht einfach auf das Beste hoffen, wenn es um KI-Unternehmen und die Zukunft des Publizierens geht.“

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