DUBUQUE, IOWA, 1. NOVEMBER 2026: US-Präsident Donald Trump spricht nach der Landung mit der Air Force One am Regionalflughafen Dubuque mit den Medien. Er reist nach Iowa und Kansas, um vor den Zwischenwahlen am 3. November bei Wahlkampfveranstaltungen republikanische Kandidaten zu unterstützen.
©AFP, APA, BRENDAN SMIALOWSKIReporter ohne Grenzen hat seine neue Liste der größten Feinde der Pressefreiheit veröffentlicht. Erstmals steht US-Präsident Donald Trump darauf. Womit die Organisation das begründet, wer noch neu dabei ist und welche Namen aus Europa genannt werden.
Reporter ohne Grenzen (RSF) führt US-Präsident Donald Trump erstmals unter den sogenannten Feinden der Pressefreiheit. Die Organisation begründet das mit seiner „erschreckenden Bilanz an Angriffen auf die Presse“ in weniger als zwei Jahren seiner zweiten Amtszeit. Trumps Vorgehen gehe zunehmend über Rhetorik und politische Maßnahmen hinaus und reiche bis zu physischen Einschränkungen für Journalistinnen und Journalisten, heißt es in der am 2. November veröffentlichten Liste der Press Freedom Predators 2026.
Im Vorjahr hatte Trump die Aufnahme laut RSF nur knapp verfehlt. In der Rangliste der Pressefreiheit, die die Organisation jährlich erstellt, liegen die USA auf Platz 64. Trump wird in der Kategorie Politik geführt, gemeinsam mit Staats- und Regierungschefs wie Wladimir Putin, Alexander Lukaschenko, Ilham Alijew und dem nicaraguanischen Führungspaar Daniel Ortega und Rosario Murillo.
33 Namen in fünf Kategorien
RSF veröffentlicht die Liste zum Internationalen Tag zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen an Journalistinnen und Journalisten am 2. November. Die Ausgabe 2026 nennt 33 Personen, Organisationen und Gruppen, eingeteilt in die Kategorien Politik, Sicherheit, Justiz, Wirtschaft und Gesellschaft. Neu in der Kategorie Sicherheit ist der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi, in der Kategorie Justiz kommt Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hinzu.
In der Kategorie Sicherheit stehen unter anderem auch die Kommunistische Partei Chinas, die israelischen Streitkräfte, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und mexikanische Drogenkartelle. Von der Liste gestrichen wurden Irans früherer Führer Ali Chamenei und Venezuelas früherer Präsident Nicolás Maduro sowie Ungarns Viktor Orbán und Serbiens Aleksandar Vučić. „Einige Namen sind von der Liste verschwunden, die wir nicht vermissen werden“, sagt RSF-Generaldirektor Thibaut Bruttin. Er vergleicht die Liste mit einer Art Goldener Himbeere der Pressefreiheit.
Weitere Namen aus den USA
Trump ist nicht der einzige Eintrag mit US-Bezug. In der Kategorie Justiz führt RSF Brendan Carr, den Vorsitzenden der US-Medienaufsicht FCC. In der Kategorie Wirtschaft stehen die Konzerne Alphabet und Meta, in der Kategorie Gesellschaft der Unternehmer Elon Musk. Auch der argentinische Präsident Javier Milei findet sich in dieser Kategorie. Nach einer Auswertung von RSF verbreitete er zwischen April und Mai innerhalb von 47 Tagen mehr als 1.600 pressefeindliche Beiträge.
Wer aus Europa auf der Liste steht
Aus der EU nennt RSF zwei Namen: den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico in der Kategorie Gesellschaft und den französischen Medienunternehmer Vincent Bolloré in der Kategorie Wirtschaft. Dazu kommen der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und die russische Medienaufsicht Roskomnadsor in der Kategorie Justiz sowie die Chefin des russischen Staatssenders RT, Margarita Simonjan, in der Kategorie Gesellschaft.
Ungarns Viktor Orbán und Serbiens Aleksandar Vučić, die in früheren Ausgaben genannt wurden, sind 2026 nicht mehr verzeichnet. Wie sich die Liste über die Jahre entwickelt hat und wer früher darauf stand, zeigt der Wikipedia-Eintrag zu den Feinden der Pressefreiheit.
Quellen
Reporters Without Borders: 2026 Press Freedom Predators list (2. November 2026)
Reporters sans frontières: Édition 2026 des prédateurs de la liberté de la presse (2. November 2026)
Wikipedia: Press freedom predator (2026)
