Der französische Küchenchef übersiedelte die Spitzenküche ins Bistro, kombinierte hochwertige Küche mit leistbaren Preisen und prägte damit ein bis heute erfolgreiches Gastronomiekonzept.
Star-Köche, die auf den Stress der Spitzenküche keine Lust mehr hatten und stattdessen einfache Bistros und Gasthäuser übernahmen, gab es immer wieder. Die Spitzenküche ins Bistro zu übersiedeln, damit Kosten zu sparen und entspannte Atmosphäre zu steigern, erfand aber der französische Küchenchef Yves Camdeborde.
Er kochte in Top-Restaurants wie dem La Tour d'Argent und im Hotel de Crillon in Paris, übernahm 1992 als 27-Jähriger das kleine Bistro „La Régalade" in der Pariser Rue Saint-Honoré und servierte hier vereinfachte Gourmet-Küche zu Bistro-Preisen. Und wird seither als der Vater der Bistronomie gehandelt.
Das Bistro übergab er 2004 an seinen Nachfolger Bruno Doucet, der im gleichen Stil weiterkocht, Camdeborde selbst übernahm ein Hotel in Saint-Germain-des-Prés und eröffnete vier Themen-Restaurants in Paris und Bordeaux, wo einzelne Gänge zwischen fünf und 15 Euro kosten.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 40/2026 erschienen.
