Die Trüffelernte leidet unter dem Klimawandel. Besonders bei den wertvollen weißen Trüffeln kommt es nun auf Niederschläge und die Wetterbedingungen im Herbst an. Zugleich sucht die Branche nach Möglichkeiten, die empfindlichen Pilze gezielt anzubauen.
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Der Klimawandel macht Italiens Trüffelsuchern zunehmend Sorgen. Ein trockener Sommer hat die Entwicklung der Pilze im Boden beeinträchtigt. Sollte es auch im Herbst zu wenig regnen, könnte die diesjährige Ernte deutlich geringer ausfallen.
Gleichzeitig sucht die Branche nach neuen Wegen: Erstmals wird verstärkt versucht, auch den besonders empfindlichen weißen Trüffel gezielt anzubauen.
Empfindliches System
Die wertvollen Pilze entstehen dank eines komplizierten Zusammenspiels von Boden, Bäumen, Feuchtigkeit und Pilzgeflechten. Gerade dieses empfindliche System leidet unter den zunehmend trockenen Sommern.
Die langen Trockenperioden haben die Vitalität der sogenannten Myzelien beeinträchtigt. Dabei handelt es sich um die feinen Pilzfäden, aus denen sich die Trüffel entwickeln. Die Ernte des schwarzen Sommertrüffels sei bereits abgeschlossen.
Gedämpfte Stimmung
Kurz vor Beginn der neuen Saison ist die Stimmung unter den italienischen „Trifolau“, den Trüffelsuchern, deshalb gedämpft. In einigen Regionen hat die Trüffelsaison bereits begonnen, in anderen startet sie am 1. Oktober. Für die besonders wertvollen Arten kommt es nun entscheidend auf das Wetter der kommenden Wochen an.
Giuseppe Cristini, Direktor der Fachseite „Accademia del Tartufo“, blickt mit Vorsicht auf die neue Saison. Die Ernte des schwarzen Sommertrüffels sei bereits abgeschlossen. Diese Art profitiere von den Niederschlägen im Frühjahr. Für die wertvolleren Sorten, deren Saison jetzt beginne, seien die Erwartungen dagegen zurückhaltend.
Große Exemplare schwer zu finden
Besonders große Exemplare seien in diesem Jahr wahrscheinlich schwer zu finden, sagt Cristini. Trüffel mit einem Gewicht von 700 oder 800 Gramm dürften selten sein. Aber auch kleinere Exemplare mit etwa 100 Gramm könnten eine gute Qualität haben. Ideal wären nun kalte Nächte, in denen der Boden gefriert, gefolgt von milden Morgenstunden, an denen die Feuchtigkeit des Taus die Wälder mit ihren charakteristischen Aromen erfüllt.
Das trockene Wetter ist jedoch nicht die einzige Herausforderung für die Trüffelsucher. Auch die Veränderungen in den Wäldern erschweren die Suche. Dennoch hoffen die Trüffelsucher, dass sich die Situation mit zunehmenden Niederschlägen ab November verbessern könnte.
