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Salmonellen: 29 Erkrankte in Österreich, AGES warnt vor rohen Cocktailtomaten aus Sizilien

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Rote Cocktailtomaten in Nahaufnahme
Foto:©Pixabay/Etienne-F59

Ein seltener Salmonellen-Stamm hat in Österreich seit Ende Juli 29 Menschen krank gemacht, sieben davon kamen ins Spital. Die Spur führt zu Cocktailtomaten aus zwei Regionen Siziliens. Welche Tomaten betroffen sind und warum Waschen nicht reicht.

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29 Erkrankte in sieben Bundesländern

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) warnt im Auftrag des Gesundheitsministeriums davor, Cocktailtomaten aus Sizilien roh zu essen. Hintergrund ist ein Ausbruch mit dem Erreger Salmonella Strathcona. In Österreich sind heuer 29 Fälle bekannt, 21 davon sind mikrobiologisch bestätigt, acht gelten als wahrscheinlich. Bis auf einen Fall im Winter erkrankten alle Betroffenen ab Ende Juli.

Sieben Erkrankte, also knapp ein Viertel, mussten im Spital behandelt werden. Die meisten Fälle meldeten Oberösterreich mit sieben sowie Wien und Salzburg mit je sechs. Dazu kommen je drei in Tirol, Niederösterreich und der Steiermark sowie einer in Kärnten. Die jüngste betroffene Person war zehn Monate alt, die älteste 79 Jahre.

Welche Tomaten betroffen sind

Die Warnung betrifft Cocktailtomaten aus den sizilianischen Provinzen Ragusa und Caltanissetta. Die AGES hatte den Ausbruchsstamm Ende 2025 in Bio-Kirschtomaten aus Italien nachgewiesen, außerdem im Bewässerungswasser eines Tomatenbetriebs auf Sizilien. Befragungen der aktuell Erkrankten deuten erneut auf Aufenthalte in Italien und den Verzehr von Tomaten hin. Sechs Personen haben sich wahrscheinlich im Ausland angesteckt, fünf in Italien und eine in Kroatien.

Gründliches Waschen hilft laut AGES nur begrenzt. Es kann Keime an der Oberfläche verringern, schützt aber nicht vor Bakterien, die unter bestimmten Bedingungen bereits in das Gewebe der Pflanze gelangt sind. Die Behörde rät deshalb, die betroffenen Tomaten vor dem Essen ausreichend zu erhitzen. Ausdrücklich hält sie fest, dass mit der Warnung nicht gesagt sei, ein bestimmter Produzent, Händler oder Importeur habe die Verunreinigung verursacht.

Ein Keim, der jedes Jahr wiederkommt

Salmonella Strathcona ist ein seltener Erreger, der fast nur im Zusammenhang mit diesen Tomaten auftritt. Ein erster länderübergreifender Ausbruch wurde 2011 beschrieben. Seither häufen sich die Fälle saisonal, meist vom Spätsommer bis in den Dezember, und die Zahlen sind über die Jahre gestiegen.

Seit Juli meldet die europäische Gesundheitsbehörde ECDC mehr als 160 bestätigte Fälle in zehn Ländern, bei über 100 weiteren stehen die Laborergebnisse noch aus. Von 2023 bis 2026 zählte sie mehr als 800 Ausbruchsfälle in 17 europäischen Ländern, 133 davon in Österreich. In Deutschland war die Saison 2025/26 mit 116 Fällen der bisher größte Ausbruch dieses Erregers.

Was die Behörden raten

Die ECDC rechnet damit, dass neue Infektionen möglich bleiben, „solange kontaminierte Tomaten weiterhin saisonal in Verkehr gebracht werden“. Werde die Quelle nicht gefunden und wirksam kontrolliert, seien weitere Ausbrüche in den kommenden Saisonen wahrscheinlich. Italien hat vorsorglich verboten, in Schulen, Spitälern und Pflegeeinrichtungen rohe Tomaten zu verwenden, und warnt auch selbst vor dem Rohverzehr.

Besonders gefährdeten Menschen empfiehlt die AGES, auf rohe Tomaten zu verzichten und stattdessen ausreichend erhitzte Tomatenprodukte zu verwenden. Zu den Risikogruppen zählen Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Bei ihnen kann der Flüssigkeitsverlust durch Durchfall rasch gefährlich werden.

So zeigt sich eine Salmonellen-Infektion

Typische Beschwerden sind Übelkeit, Durchfall, Fieber, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Kreislaufprobleme. Sie beginnen laut AGES sechs bis 72 Stunden nach der Ansteckung, meist nach 12 bis 36 Stunden, und dauern in der Regel nur wenige Tage. Viele Infektionen verlaufen mild oder ganz ohne Symptome.

Meist reicht es, verlorene Flüssigkeit und Salze auszugleichen. Antibiotika setzen Ärztinnen und Ärzte nur in besonderen Fällen ein, weil sie die Ausscheidung der Bakterien verlängern und Resistenzen fördern können. Insgesamt wurden in Österreich 2025 rund 1.500 Salmonellen-Fälle im Labor bestätigt. Im Jahr 2002 waren es noch mehr als 8.400.

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