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Große Ernte in Spanien: Wird Olivenöl jetzt endlich wieder billiger?

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Olivenhain mit Bergen im Hintergrund
Foto:©Unsplash/Marie P

Nach den Höchstpreisen der vergangenen Jahre kommt aus Spanien eine gute Nachricht für alle, die gern mit Olivenöl kochen: Die Ernte fällt deutlich größer aus. Was das für die Preise bedeutet und warum die spanische Regierung sogar überlegt, Öl vom Markt zu nehmen.

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Was die große Ernte für die Preise bedeutet

Die Chancen auf günstigeres Olivenöl stehen gut, eine Garantie für deutlich niedrigere Regalpreise ist die Ernte aber nicht. Spanien, mit Abstand der größte Produzent der EU, rechnet in der Saison 2026/27 mit 1.602.596 Tonnen Olivenöl. Das sind laut der ersten Ernteprognose des spanischen Landwirtschaftsministeriums um 23 Prozent mehr als in der vergangenen Saison. Mehr Angebot drückt in der Regel auf die Erzeugerpreise. Wie stark und wie schnell das bei den Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich ankommt, ist offen, zumal Spanien überlegt, einen Teil des Öls vorübergehend vom Markt zu nehmen.

Landwirtschaftsminister Luis Planas sprach bei der Präsentation in Jaén von einer Prognose, die „eine Garantie für die Versorgung und die Stabilität des nationalen Marktes und unserer Exporte“ biete. Das Ministerium bezeichnet die Menge als mittlere bis hohe Produktion. Die Zahlen sind vorläufig und können noch angepasst werden, die endgültige Menge hängt vom Wetter und vom Zustand der Oliven nach der Sommerhitze ab, die laut Ministerium vor allem unbewässerte Olivenhaine getroffen hat.

Woher das Öl kommt

Den Großteil liefert Andalusien. Die Region im Süden Spaniens kommt laut Prognose auf 1.261.200 Tonnen, um 29 Prozent mehr als im Vorjahr und rund 79 Prozent der spanischen Menge. Allein die Provinz Jaén könnte 575.000 Tonnen erreichen, das wären 36 Prozent der gesamten spanischen Produktion. Kastilien-La Mancha erwartet 152.555 Tonnen, ein Plus von 10 Prozent, die Extremadura 97.300 Tonnen, ein Plus von 24 Prozent. In Katalonien, Aragón, auf den Balearen, in Madrid, Murcia und Navarra rechnet das Ministerium dagegen mit Rückgängen.

Auch auf EU-Ebene wird mehr erwartet. Der Internationale Olivenrat ging bei einer Sitzung seines Beirats am 29. Oktober von rund 2,4 Millionen Tonnen in der EU aus. Neben 1,6 Millionen Tonnen aus Spanien nennt er 300.000 Tonnen für Griechenland, 280.000 Tonnen für Italien und 195.000 Tonnen für Portugal. Auch diese Werte sind laut Olivenrat Schätzungen, die im Lauf der Saison noch korrigiert werden können.

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Olivenhain mit Bergen im Hintergrund
 © Unsplash/Marie P

Wie sich die Preise zuletzt entwickelt haben

Die Erzeugerpreise erreichten laut einer Mitteilung des spanischen Landwirtschaftsministeriums vom Februar 2025 im ersten Quartal 2024 ihren Höchststand. Seither haben sie sich als Folge größerer Ernten gemäßigt, schon die Prognose für 2024/25 lag um 51 Prozent über der Saison davor. Wie deutlich der Rückgang war, zeigen Daten des Olivenrats: Im Februar 2025 kostete extra natives Olivenöl in Jaén laut dem Preisbericht des Internationalen Olivenrats 407,50 Euro je 100 Kilogramm beim Erzeuger, um 53,7 Prozent weniger als ein Jahr davor.

Mit der nun erwarteten Ernte steigt das Angebot ein weiteres Mal. Der Olivenrat verweist zugleich darauf, dass die Nachfrage nach Olivenöl weltweit großes Wachstumspotenzial habe, wenn sich neue Märkte entwickeln.

Warum Spanien Öl vom Markt nehmen könnte

Was Konsumentinnen und Konsumenten freut, bereitet den Olivenbauern Sorgen. Sie fürchten, dass die Erzeugerpreise zu stark fallen. Die spanische Regierung prüft deshalb, erstmals einen Mechanismus des EU-Agrarmarktrechts anzuwenden, der es bei einem Überangebot erlaubt, Olivenöl vorübergehend vom Markt zu nehmen. Eine Entscheidung soll laut Minister Planas in der ersten Novemberhälfte fallen.

Er wolle nicht vorgreifen, sagte Planas: Man werde die passende Entscheidung treffen, „sei es eine Entnahme oder, wie im vergangenen Jahr, keine“. Ein solcher Schritt wäre eine außerordentliche Maßnahme. Würde Öl eingelagert, käme weniger davon auf den Markt, was einen Preisrückgang bremsen könnte.

Quellen

Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación: La producción de aceite de oliva alcanzará 1,6 millones de toneladas en la campaña 2026/27 (1. Oktober 2026)

International Olive Council: IOC Advisory Committee holds its 67th meeting to discuss market prospects and sector outlook (29. Oktober 2026)

Ministerio de Agricultura, Pesca y Alimentación: Luis Planas: La estabilidad en los precios es clave para todos los eslabones de la producción del aceite de oliva (14. Februar 2025)

International Olive Council: Olive oil prices, February 2025 update (März 2025)

Weitere Quelle: Infobae

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