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Wer einem Kind immer wieder vermittelt, gute Noten seien vor allem Ausdruck von Intelligenz, könne unbeabsichtigt Druck aufbauen, warnt der Gymnasiallehrer. Werden dem Kind später Aufgaben vorgelegt, die es nicht kann oder die ihm schwerfallen, könne es daraus den falschen Schluss ziehen: "Oh, meine Mama und mein Papa haben immer gesagt, ich bekomme gute Noten, weil ich so intelligent bin. Doch wenn ich das nicht kann, bin ich wohl blöd."
Und deshalb sei es wichtig, dass es das Lob auch für eine Anstrengung, den Einsatz, die Ausdauer und Lernfortschritte gibt. Die Botschaft, die Eltern vermitteln sollen, sei: "Wenn du etwas nicht kannst, dann kannst du es eben noch nicht." Aber mit Anstrengung, Hilfen von Eltern und Lehrkräften könne man passende Strategien finden, um es hinzubekommen.
Gerade in Zeiten von künstlicher Intelligenz hält Blume diese Haltung für besonders wichtig. Kinder müssten erfahren, dass ihre eigene Anstrengung auch zählt: "Wenn ich immer nur das lobe, was hinten rauskommt, gebe ich es halt irgendwann in ein Programm rein, bekomme das da total geleckt raus und habe aber natürlich für mich überhaupt nichts gelernt."
Wer ausschließlich das Endergebnis belohne, fördere die Vorstellung, dass nur das fertige Produkt wichtig sei. Der eigentliche Lernprozess gerate dabei leicht in den Hintergrund. Nach Ansicht des Pädagogen stärkt das Lob von Anstrengung nicht nur die Lernmotivation, sondern auch die Bereitschaft, Herausforderungen anzunehmen und aus Fehlern zu lernen.
ILLUSTRATION - Lob für den Einsatz: Nicht nur das richtige Ergebnis zählt – sondern wie sehr sich das Kind reinhängt. (zu dpa: «Warum Eltern die Anstrengung statt der Note loben sollten») Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
