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Marco Zuin (Universität Ferrara) und seine Co-Autoren haben ihre wissenschaftliche Untersuchung jetzt in "Lancet Regional Health" publiziert (https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2026.101655). Als Grundlage diente die Mortalitätsdatenbank der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Als plötzliche Todesfälle wurden die Kategorien "plötzlicher Herztod", "Herzstillstand" und sonstiger plötzlicher Tod mit unbekannter Ursache klassifiziert und in der Vergleichsstudie verwendet.
In dem Jahrzehnt, aus dem die Daten stammten, wurden in den 26 Ländern, darunter auch Österreich, insgesamt 2,6 Millionen derartige Sterbefälle gemeldet. 1,9 Millionen davon betrafen Männer, rund 650.000 Frauen. Das waren fast fünf Prozent aller Todesfälle in den 26 Staaten (53 Millionen) binnen zehn Jahren. Insgesamt zeigte sich für die analysierten Staaten eine wellenartige Entwicklung, was den plötzlichen Herztod betraf.
So gab es im Jahr 2010 insgesamt 3,75 solcher Todesfälle pro 100.000 Einwohner. Bis 2013 nahm diese Sterblichkeitsrate auf 3,01 pro 100.000 ab. Dann erfolgte ab 2014 im Jahresabstand ein stetiger Anstieg auf 4,97 pro 100.000 im Jahr 2020. Über den Gesamtzeitraum hinweg erhöhte sich die Mortalität durch plötzlichen Herztod von 5,66 pro 100.000 (2010) bei den Männern auf schließlich 7,34 je 100.000 im Jahr 2020. Bei den Frauen lagen die Mortalitätsraten aus dieser Ursache im Jahr 2010 bei 2,03 pro 100.000, um schließlich auf 3,2 pro 100.000 im Jahr 2020 anzusteigen.
Regional kam es zu stark unterschiedlichen Entwicklungen. Während in Westeuropa die Sterblichkeit aufgrund plötzlichen Herztods in dem Beobachtungszeitraum um jährlich zwei Prozent sank und sich in Nordeuropa statistisch nur gering reduzierte, stieg sie in Südeuropa jährlich um 3,3 Prozent pro Jahr, in Osteuropa um 3,4 Prozent pro Jahr.
Österreich hat, was die Entwicklung betrifft, besonders gut abgeschnitten: Die Rate plötzlicher Todesfälle reduzierte sich in Österreich unter allen berücksichtigten Ländern am stärksten, um jährlich acht Prozent. Dahinter kam Belgien mit einem jährlichen Minus von 7,9 Prozent. Am stärksten erhöhte sich die diesbezügliche Sterblichkeit in Spanien mit plus 3,3 Prozent pro Jahr, dann folgten Deutschland (plus 2,8 Prozent) sowie Polen und Rumänien mit jeweils plus 1,5 Prozent.
Großbritannien, Belgien, Schweden, Tschechien, die Slowakei, die Schweiz, Italien und Kroatien wiesen einen positiven Trend auf. Irland, Portugal, Spanien, Deutschland, Polen, Griechenland und Rumänien sind auf einer Karte in der Publikation hingegen "rot". Stabil blieben Staaten wie Frankreich, die Niederlande, Dänemark, große Teile des Baltikums, Slowenien, Ungarn und Frankreich.
Die Ursachen für die Entwicklung sind laut den Studienautoren auf der Basis ihrer Daten nicht einfach zu erklären. Die Altersentwicklung in der Gesellschaft könnte genauso eine Rolle spielen wie ökonomische Faktoren und Rahmenbedingungen, welche den Zugang zu Leistungen des Gesundheitswesens betreffen, hieß es dazu. Dies könne aber für die einzelnen Länder nur in speziellen Nachfolgestudien geklärt werden.
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