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Auch Ernährungswissenschaftlerin Daniela Krehl hat diese Warnung von ihren Eltern und Großeltern gesagt bekommen: "Iss keine Beeren direkt vom Strauch - da könnte der Fuchs drüber gelaufen sein." Ein Satz, der sich hartnäckig hält, so die Ernährungsexpertin. Ihr Urteil: "Ganz falsch ist er nicht - aber er erzählt nur die halbe Geschichte." Das klingt nach einer kleinen Entwarnung für gelegentliches Naschen. Doch einen Freifahrtschein geben will sie dennoch nicht.
"Der Fuchsbandwurm ist tatsächlich ein gefährlicher Parasit. Die Eier werden über den Kot infizierter Füchse ausgeschieden und können theoretisch an bodennah wachsenden Pflanzen oder Beeren haften", erklärt Krehl. Die gute Nachricht sei aber: "Eine Erkrankung beim Menschen kommt selten vor."
Dass heute mehr Fälle diagnostiziert werden als früher läge vor allem an modernen Bildgebungsverfahren, die die Erkrankung häufiger entdecken. "Das persönliche Risiko bleibt aber insgesamt sehr gering: ca. 40-50 Neuinfektionen gibt es im Jahr. Besonders betroffen sind Teile Österreichs, Süddeutschlands, der Schweiz und Frankreichs."
Aber der heimische Garten sei halt kein Hochsicherheitslabor - und daher schade ein wenig Küchenhygiene auch nicht, findet die Ernährungsfachfrau. Insbesondere für Schwangere, kleine Kinder oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem sei es sinnvoll, die Beeren vor dem Verzehr zu waschen. Doch viel wichtiger als die einzelne saubere Himbeere ist Daniela Krehl zufolge, dass nach der Gartenarbeit oder nach dem Kontakt mit Erde die Hände gründlich gewaschen werden.
Als erste Beschwerden nach einer Infektion mit Fuchsbandwurm treten häufig Schmerzen im Oberbauch auf. Mit zunehmender Krankheitsdauer fühlen sich die Betroffenen schlapp und müde und verlieren an Gewicht. Manche haben Fieber, einige leiden unter Blutarmut. Sie treten allerdings erst zehn bis 15 Jahre nach der Infizierung auf. Daher ist der Ansteckungsweg für Betroffene dann oft nicht mehr nachvollziehbar. Eier des Fuchsbandwurms sind winzig und mit bloßem Auge nicht erkennbar. Laut Expertinnen und Experten sei bisher ungeklärt, wie die Eier des kleinen Fuchsbandwurms überhaupt in den Menschen gelangen.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/dpa-tmn/Uwe Anspach/Uwe Anspach
