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1450 in Vorarlberg: Nachts ist jetzt auch ein Arztgespräch per Video möglich

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Smartphone mit Stethoskop als Symbol für telefonische Gesundheitsberatung
Foto:©Unsplash/Bermix Studio

Wer in Vorarlberg nachts die Gesundheitsnummer 1450 wählt, kann jetzt bei Bedarf auch von einer Ärztin oder einem Arzt per Video begutachtet werden. Für welche Beschwerden das gedacht ist und wie der Ablauf funktioniert.

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Die Gesundheitsberatung 1450 in Vorarlberg erweitert ihr Angebot: In der Nacht können Ärztinnen und Ärzte des Bereitschaftsdienstes Anruferinnen und Anrufer ab sofort auch per Video begutachten. Das hat das Land Vorarlberg am Samstag bei einem Tag der offenen Tür am neuen Standort der Hotline im GesundheitsCampus Bludenz bekanntgegeben. Das Angebot läuft als Pilotprojekt und wird in den kommenden Monaten evaluiert.

Die Videokonsultation ist Teil des kurativen ärztlichen Nachtbereitschaftsdienstes und kommt nur dann zum Einsatz, wenn sie medizinisch angezeigt ist. Ob ein Videogespräch sinnvoll ist, entscheidet ausschließlich die Ärztin oder der Arzt. Anfordern können Patientinnen und Patienten es nicht.

So läuft die Videokonsultation ab

Am Anfang steht wie bisher der Anruf bei 1450. Halten die Gesundheitsberaterinnen und Gesundheitsberater eine ärztliche Abklärung für nötig, alarmieren sie den Nachtbereitschaftsdienst. Die Ärztin oder der Arzt ruft dann zurück und kann im Gespräch eine Videokonsultation anbieten. Sie findet nur mit Zustimmung der Patientin oder des Patienten statt.

Technisch ist dafür keine App nötig. Die Betroffenen bekommen per SMS oder E-Mail einen Link, der nur einmal gültig ist. Das laufende Telefonat wird damit um ein Bild ergänzt, die Ärztin oder der Arzt sieht also die Patientin oder den Patienten, umgekehrt gibt es keine Videoübertragung. Bei Bedarf können im Rahmen der Konsultation auch Medikamente verschrieben werden.

Für welche Beschwerden das Angebot gedacht ist

Laut Land Vorarlberg eignet sich der Blick per Kamera vor allem für Beschwerden, die man sehen kann: Hautveränderungen und Ausschläge, Insekten- und Zeckenstiche, die Kontrolle von Wunden und Narben, Augenentzündungen, Befunde im Mund- und Rachenraum sowie Infekte, bei denen der Allgemeinzustand beurteilt werden soll.

Den Besuch in der Hausarztpraxis soll das Angebot nicht ersetzen. Siegfried Marxgut, Bereichsleiter von 1450 in Vorarlberg, betont, dass die Videokonsultation die körperliche Untersuchung oder Behandlung in der Hausarztpraxis nicht ersetzen kann. Bei medizinischer Dringlichkeit wird wie bisher direkt an die Notrufleitstelle weitergeleitet.

Neuer Standort in Bludenz, neuer Betreiber

Hinter 1450 in Vorarlberg steht seit Februar 2026 die Gesundheit Vorarlberg GmbH, ein gemeinsames Unternehmen von Land Vorarlberg, Österreichischer Gesundheitskasse und Krankenhausbetriebsgesellschaft. Davor war der Landesverband des Roten Kreuzes Betreiber. Seit 1. Juli arbeitet das Team nicht mehr in der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle in Feldkirch, sondern in eigenen Räumen in Bludenz.

Die erste Abfrage mit Falldaten und allgemeinen Auskünften wurde nach einem Vergabeverfahren an ein Wiener Unternehmen ausgelagert. Die eigentliche Gesundheitsberatung, die Einschätzung der Dringlichkeit und die Lotsenfunktion bleiben bei diplomiertem Pflegepersonal in Vorarlberg. Insgesamt arbeiten 24 Personen für die Hotline, die rund um die Uhr erreichbar ist. „Die 1450 dient als Wegweiser im Gesundheitssystem“, sagt Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher (ÖVP).

Vorarlberger rufen öfter an als der Österreich-Schnitt

Im September 2026 gingen bei 1450 in Vorarlberg 4.131 Anrufe ein, daraus ergaben sich 3.016 Gesundheitsberatungen. Im Schnitt sind es rund 100 Beratungen pro Tag. Pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner zählte die Hotline im September 7,3 Beratungen, bundesweit waren es 3,7. Nur 6,7 Prozent der Fälle wurden an den Rettungsdienst übergeben, im Bundesschnitt waren es 12,9 Prozent.

Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) kündigt an, das Angebot weiter auszubauen: „Wir wollen die Gesundheitsberatung sukzessiv um zusätzliche telemedizinische Angebote erweitern.“ Ob die nächtliche Videokonsultation dauerhaft bleibt, hängt von der Auswertung des Pilotprojekts ab.

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