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Kniearthrose: Katheter-Eingriff lindert Schmerzen ein Jahr lang, was die Studie zeigt

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Untersuchung eines Kniegelenks
Foto: Pixabay/kumarsu6745_ (Symbolbild)©Pixabay/kumarsu6745_

Winzige Partikel, die sich nach Stunden auflösen, sollen Knieschmerzen bei Arthrose ohne Operation lindern. In einer neuen Studie der Berliner Charité berichteten vier von fünf Befragten nach einem Jahr von einer deutlichen Besserung. Warum Fachleute trotzdem zur Vorsicht raten.

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Vier von fünf Behandelten berichten von Besserung

Ein minimalinvasiver Eingriff über die Blutgefäße kann Schmerzen bei Kniearthrose offenbar für längere Zeit lindern. Das berichtet ein Team um den Radiologen Florian Nima Fleckenstein von der Berliner Charité im Fachjournal „Radiology“. Von den Patientinnen und Patienten, die nach zwölf Monaten noch an der Schmerzbefragung teilnahmen, erreichten 80 Prozent eine klinisch bedeutsame Verbesserung.

Auf einer Schmerzskala von 0 bis 10 sank der mittlere Wert von 7 vor der Behandlung auf 4 nach sechs Wochen und auf 3 nach sechs und zwölf Monaten. Auch bei Alltagsaktivitäten und Lebensqualität verbesserten sich die Werte deutlich. Schwere oder mittelschwere Komplikationen traten nicht auf.

So funktioniert die Embolisation am Knie

Das Verfahren heißt Genikulararterien-Embolisation, kurz GAE. Bei Arthrose bilden sich im Gelenk krankhafte kleine Blutgefäße, die mit den Schmerzen in Verbindung gebracht werden. Über einen dünnen Katheter führen Radiologinnen und Radiologen unter Röntgenkontrolle winzige Partikel gezielt in diese kleinen Arterien und blockieren sie.

In der Berliner Studie kamen Mikrosphären auf Gelatinebasis zum Einsatz, die sich innerhalb weniger Stunden wieder auflösen. Eine offene Operation oder ein Gelenkersatz ist nicht nötig. Behandelt wurden Menschen, deren Knieschmerzen trotz mindestens dreimonatiger konventioneller Therapie mit Physiotherapie, entzündungshemmenden Medikamenten und Injektionen anhielten.

Wer an der Studie teilnahm

An der Studie nahmen 194 Patientinnen und Patienten teil, 114 Frauen und 80 Männer, im Mittel 69 Jahre alt. Bei 45 von ihnen waren beide Knie betroffen, insgesamt wurden zwischen Juli und November 2024 an einem einzigen Zentrum 239 Eingriffe durchgeführt. Leichte, vorübergehende Nebenwirkungen wie kurzzeitige Hautverfärbungen traten bei 6,7 Prozent der Eingriffe auf.

Nach zwölf Monaten waren noch 79 Prozent der Teilnehmenden in der Auswertung. Fehlende Daten können das Ergebnis verzerren, wenn etwa Menschen mit schlechterem Verlauf eher ausscheiden.

Warum die Belege noch dünn sind

Die wichtigste Einschränkung: Es gab keine Kontrollgruppe, weder unbehandelt noch mit einem Scheineingriff. Gerade bei Schmerzen spielt der Placeboeffekt eine große Rolle. Die Ergebnisse vergleichender Studien sind uneinheitlich. Eine randomisierte Studie mit Scheinbehandlung und 58 Teilnehmenden fand im April 2026 keinen signifikanten Unterschied zwischen echter und vorgetäuschter Embolisation. Eine Metaanalyse im September kam bei drei zusammengefassten Studien mit Scheineingriff ebenfalls zu keinem klaren Vorteil.

Ob der Eingriff den Knorpelabbau bremst oder einen späteren Gelenkersatz hinauszögert, wurde in der Charité-Studie nicht untersucht. Die US-Fachgesellschaft für Interventionelle Radiologie hält die Methode für eine Option bei sorgfältig ausgewählten Patientinnen und Patienten mit anhaltenden Beschwerden, verlangt aber weitere Studien. Auch die Berliner Forschenden selbst fordern größere kontrollierte Untersuchungen mit längerer Nachbeobachtung.

Studie: Fleckenstein, F. N. et al., Radiology, 2026

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