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Einsamkeit: Männer haben laut Studie fast sechs Jahre weniger ohne Depression und Angst

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Mann sitzt allein am Meer im Abendlicht
Foto: Pixabay/Lukas_Rychvalsky (Symbolbild)©Pixabay/Lukas_Rychvalsky

Wer einsam und sozial isoliert ist, lebt im Schnitt deutlich weniger Jahre frei von Depression und Angststörungen. Bei Männern sind es laut einer großen Studie fast sechs Jahre. Warum ein gesunder Lebensstil nur zum Teil hilft und wie verbreitet Einsamkeit in Österreich ist.

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Fast sechs Jahre weniger ohne psychische Erkrankung

Einsamkeit und soziale Isolation gehen mit einem deutlichen Verlust an gesunden Lebensjahren einher. Männer, die sich einsam fühlen und zugleich kaum soziale Kontakte haben, leben ab dem Alter von 50 Jahren im Schnitt rund 5,8 Jahre weniger frei von Depression und Angststörungen als Männer ohne diese Belastungen. Bei Frauen beträgt der Unterschied etwa 3,7 Jahre. Das zeigt eine Studie der Tulane University in New Orleans, die im Fachjournal „Nature Communications“ erschienen ist.

Auch körperlich wirkt sich die Kombination aus: Frauen verloren 2,4 Jahre ohne schwere körperliche Erkrankung, Männer 1,7 Jahre. Untersucht wurden Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Lungenerkrankungen, neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz, Krebs sowie Depression und Angststörungen. „Unsere Forschung hat gezeigt, dass Männer anfälliger dafür sind, von Einsamkeit beeinträchtigt zu werden“, sagt Studienleiter Lu Qi.

Einsam ist nicht dasselbe wie allein

Die Forschenden unterscheiden zwei Dinge. Einsamkeit ist ein Gefühl: Wer sich oft einsam fühlt und kaum jemanden hat, dem er sich anvertrauen kann, gilt in der Studie als einsam. Soziale Isolation beschreibt dagegen die äußeren Umstände, also etwa allein zu leben, Freundinnen, Freunde und Familie seltener als einmal im Monat zu sehen und an keiner wöchentlichen Freizeitaktivität teilzunehmen.

Dieser Unterschied zeigt sich auch im Ergebnis. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, Bewegung, ausreichend Schlaf und ohne Rauchen verringerte die mit Isolation verbundenen Verluste deutlich. Bei Einsamkeit war dieser Schutzeffekt dagegen statistisch nicht nachweisbar.

Was die Studie zeigt und was nicht

Ausgewertet wurden Daten von 277.489 Erwachsenen zwischen 40 und 69 Jahren aus der britischen Langzeitstudie UK Biobank, die zu Beginn keine der sieben Erkrankungen hatten. Die Größe der Stichprobe ist eine Stärke der Arbeit. Es handelt sich allerdings um eine Beobachtungsstudie. Sie zeigt Zusammenhänge, aber nicht, dass Einsamkeit die Erkrankungen verursacht. Denkbar ist auch, dass beginnende Erkrankungen Menschen zurückziehen lassen.

Einsamkeit und Isolation wurden nur einmal zu Studienbeginn und mit wenigen Fragen erhoben, Veränderungen im Lauf der Jahre bleiben unberücksichtigt. Zudem ist die UK Biobank nicht repräsentativ für die Bevölkerung, nur ein kleiner Teil der Angeschriebenen nahm teil. Das Team will die Zusammenhänge nun in weiteren Bevölkerungsgruppen und mit klinischen Studien prüfen.

Wie verbreitet Einsamkeit in Österreich ist

Auch in Österreich ist Einsamkeit kein Randphänomen. Laut dem öffentlichen Gesundheitsportal gesundheit.gv.at fühlten sich im zweiten Quartal 2025 rund 28 Prozent der Bevölkerung zumindest gelegentlich einsam, das sind etwa 1,83 Millionen Menschen. Rund 8 Prozent waren meistens oder immer einsam. Besonders betroffen sind junge Erwachsene zwischen 18 und 34 Jahren sowie hochbetagte Menschen über 80.

Hilfe und Kontaktmöglichkeiten bündelt die Plattform gegen Einsamkeit unter plattform-gegen-einsamkeit.at. Wer einfach reden möchte, kann sich an das Plaudernetz der Caritas wenden, junge Menschen erreichen Rat auf Draht rund um die Uhr unter der Nummer 147. Bei gesundheitlichen Fragen hilft die Gesundheitsberatung unter 1450, in akuten Krisen der Notruf 144.

Studie: Wang, X. et al., „Associations of loneliness, social isolation and healthy lifestyle with life expectancy free of major physical disease and mental disorder“, Nature Communications, 2026

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