Rund 5.000 neu entdeckte Erkrankungen pro Jahr. Experten fordern ein Früherkennungsprogramm für langjährige Raucher – in anderen EU-Ländern gibt es bereits entsprechende Initiativen.
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Papst Leo leidet an Lungenkrebs. In Österreich ist dies sowohl bei Männern als auch bei Frauen die zweithäufigste Form der Krebserkrankung. Insgesamt lebten laut Daten der Statistik Austria zu Jahresbeginn 2025 rund 409.000 Menschen in Österreich mit einer Krebsdiagnose, die häufigsten waren bösartige Tumore der Brust bei Frauen (6.959 Fälle) und solche der Prostata bei Männern (8.152 Fälle), gefolgt von bösartigen Tumoren der Lunge (5.533 Fälle, beide Geschlechter zusammen).
Lungenkrebs stand laut den Angaben von Anfang des Jahres mit 2.513 Fällen (elf Prozent) bei Frauen und 3.020 Fällen (zwölf Prozent) bei Männern jeweils auch an zweiter Stelle der Krebsneuerkrankungen im Jahr 2024. Mit etwa jedem fünften Krebssterbefall nahm Lungenkrebs bei Frauen knapp und bei Männern deutlich den ersten Rang unter den krebsbedingten Todesursachen ein (18 Prozent bzw. 1.761 Sterbefälle bei Frauen und 21 Prozent bzw. 2.463 Sterbefälle bei Männern). Nachdem das Erkrankungsrisiko zuvor bei Frauen stark zugenommen hatte, blieb es – ebenso wie das Sterberisiko – in den vergangenen Jahren relativ stabil.
Früherkennungsprogramm gefordert
Österreichische Experten fordern seit längerem ein Lungenkarzinom-Früherkennungsprogramm mittels regelmäßiger Niedrig-Dosis-CT-Untersuchung für langjährige Raucher nach internationalem Vorbild. „Internationale Daten zeigen, dass mit einer Früherkennung per Computertomographie (CT) die Sterblichkeit um mindestens 20 Prozent gesenkt werden kann“, sagte Judith Löffler-Ragg von der Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) im Gespräch mit der APA in diesem Jahr.
Laut der ÖGP-Vizepräsidentin gibt es in Österreich rund 5.000 neu entdeckte Erkrankungen mit Lungenkrebs pro Jahr, 80 Prozent davon sind in einem fortgeschrittenen Stadium über das Stadium 1 hinaus. Laut ÖGP haben langjährige Raucher in Deutschland seit dem heurigen April kostenlos Anspruch auf eine jährliche Niedrigdosis-Computertomografie. In 22 von 27 EU-Ländern gebe es diesbezüglich Aktivitäten oder Pilotphasen, erläuterte die Lungenfachärztin. In Österreich fehlt eine Pilotphase trotz langjähriger Experten-Forderungen.
Online Symptome abfragen
Die Österreichische Krebshilfe bietet auf ihrer Onlinepräsenz mit dem „LungenBot“ die Möglichkeit Symptome und Risiko auf eine eventuelle Lungenkrebserkrankung mit wenig Zeitaufwand online abzufragen. Ebenso bietet sie Aufklärung, Beratung und Hilfestellung bei den Krebserkrankungen der Lunge. Die Initiative „Don't Smoke“ wendet sich dabei im Speziellen an Raucherinnen und Raucher.
Rauchen gilt als wichtigster Risikofaktor für diese Form einer Krebserkrankung. Laut Eurostat-Zahlen zur Raucherhäufigkeit vom Vorjahr rauchten 2023 rund 24 Prozent der EU-Bürger im Alter ab 15 Jahren, in Österreich lag dieser Wert hier jedoch bei 32 Prozent und damit am sechsthöchsten im Vergleich zu den EU-27.
