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Ex-Hauptquartier von Italiens Kommunisten ist jetzt ein Luxushotel

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©Eller Studio, Hyatt AG

Wo einst Italiens Kommunisten ihre Politik machten, logieren heute Luxustouristen: Der frühere Sitz der PCI in Rom wurde in ein Fünf-Sterne-Hotel umgewandelt. Die Geschichte des Hauses ist Teil des Hotelkonzepts.

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Der frühere Sitz der Kommunistischen Partei Italiens (PCI) in Rom ist jetzt ein Fünf-Sterne-Hotel. Das Thompson Rome der US-amerikanischen Hyatt-Gruppe wurde vor wenigen Tagen in der Via Botteghe Oscure eröffnet. Der Palazzo im Zentrum der italienischen Hauptstadt war jahrzehntelang ein wichtiger Ort der Kommunistischen Partei. Hier hatte Parteichef Palmiro Togliatti den Sitz der PCI eingerichtet.

Auch seine Nachfolger nutzten das Gebäude, darunter Enrico Berlinguer, der die Partei in den 1970er-Jahren zu großen Wahlerfolgen führte. Der eigentümliche Name der Via delle Botteghe Oscure (Straße der dunklen Geschäfte) geht auf die Antike zurück, als sich hier schlecht beleuchtete Läden befanden.

Symbole und Kunstwerke erinnern an die Vergangenheit

An die politische Vergangenheit erinnern noch heute zahlreiche Symbole und Kunstwerke. In der Eingangshalle befinden sich eine Skulptur des Bildhauers Giò Pomodoro mit Motiven der kommunistischen Bewegung sowie eine Büste des Philosophen und früheren Parteivorsitzenden Antonio Gramsci. Auch ehemalige Büros und Veranstaltungsräume wurden in das Hotel integriert.

Besonderes Interesse gilt dem früheren Büro Berlinguers. Von einem Balkon des Gebäudes hatte er 1976 den Wahlerfolg der PCI gefeiert, die damals 34,4 Prozent der Stimmen erreichte. Im Erdgeschoss war 1984 der Leichnam des verstorbenen Parteichefs aufgebahrt worden. Auch der damalige Vorsitzende der neofaschistischen MSI, Giorgio Almirante, kam damals, um ihm die letzte Ehre zu erweisen.

Bis zu 4.000 Euro pro Nacht

Das Hotel vermarktet inzwischen auch die historische Bedeutung des Hauses. Bei der Hotelleitung gehen nach eigenen Angaben inzwischen Anfragen von Gästen ein, die gezielt in den früheren Räumen der Parteiführung oder im ehemaligen Büro Berlinguers übernachten möchten. Damit wird die Geschichte des einstigen Machtzentrums der italienischen Kommunisten auch zu einem Bestandteil des internationalen Luxustourismus.

Das Gebäude umfasst 69 Zimmer auf rund 8.000 Quadratmetern. Die Übernachtungspreise beginnen bei etwa 500 Euro. Die eleganteste Suite kostet nach Angaben des Hotelmanagements 3.000 bis 4.000 Euro pro Nacht.

Ehemals größte kommunistische Partei Westeuropas

Der Partito Comunista Italiano (PCI) war jahrzehntelang eine der bedeutendsten politischen Parteien Italiens und die größte kommunistische Partei Westeuropas. Sie wurde 1921 gegründet und prägte die italienische Politik, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, bis zu ihrer Auflösung 1991.

Eine zentrale Figur war Antonio Gramsci. Er gehörte zu den Gründern der Partei und wurde 1926 vom faschistischen Regime verhaftet. Seine Schriften wurden später zu wichtigen Grundlagen des europäischen Marxismus. Während des Zweiten Weltkriegs beteiligten sich zahlreiche Kommunisten am Widerstand gegen die deutsche Besatzung und Mussolinis faschistische Republik.

Nach dem Krieg entwickelte sich die PCI zu einer Massenpartei mit Millionen Mitgliedern und einer starken Verankerung in Gewerkschaften, Fabriken, Kommunen und Kulturorganisationen. Ihr langjähriger Vorsitzender war Palmiro Togliatti.

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