ABO

Melisa Erkurt: „Kein Mensch unter 30 ruft mehr eine Website auf“

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Melisa Erkurt

Melisa Erkurt

©Elke Mayr

Keine Website, keine Presseförderung, dafür Social Media und Mitgliedschaften: „Die Chefredaktion“-Gründerin über Reichweite, Finanzierung und die Frage, wie Journalismus junge Menschen heute überhaupt noch erreicht.

1. Nach ORF-Report, Ö1, Falter, taz seit fast fünf Jahren ein eigenes Ding: (Warum) lohnt sich das?

Habe lange genug gemeckert, was man im Journalismus anders machen muss, um junge Menschen zu erreichen: Jetzt mache ich es einfach selbst.

2. Die Chefredaktion wirbt um Abos, verkauft dann aber Mitgliedschaften: Was ist der Unterschied?

Abos auf Social Media brauchen wir, um die Zielgruppe zu erreichen. Mitgliedschaften auf Steady, um zu überleben.

3. Aktuell sind es 1.641 Mitglieder. Wie viele braucht es, um das Start-up langfristig abzusichern?

Wenn wir weiterhin keine Presseförderung bekommen, aber wachsen wollen: 6.000.

4. Erhalten Sie noch wie früher Förderungen von Mega-Bildungsstiftung und Wiener Medieninitiative?

Nein. Wir haben die Media Innovation Lab-Förderung der Wiener Zeitung erhalten.

Ich kann sehr gut abschätzen, was bei jungen Menschen wirklich ankommt

Melisa Erkurt

5. Warum beschränkt sich die Chefredaktion bei den Vertriebswegen auf Instagram, Tiktok und Steady?

Kein Mensch unter 30 ruft mehr eine Website auf.

6. Welche Erfahrungen aus Ihrer Phase als Lehrerin helfen heute der Unternehmerin und Journalistin?

Ich kann sehr gut abschätzen, was bei jungen Menschen wirklich ankommt. Stressen kann mich auch nichts mehr.

7. Ihr journalistischer Startort und Chefredaktion-Partner war biber. Wie finden Sie die Neuauflage?

Habe ich mir gar nicht angeschaut.

8. Bei der Fußball-WM-Qualifika­tion: Haben Sie mehr für Österreich oder Bosnien-Herzegowina gehofft?

Haha, das ist eine gemeine Frage! Hauptsache, wenigstens eine von beiden Mannschaften hat es schon tatsächlich zur WM geschafft.

© Elke Mayr

Steckbrief

Melisa Erkurt

Melisa Erkurt, 34, kam als Kleinkind von Sarajevo nach Wien, war Deutschlehrerin an einem Gymnasium und begann bei biber journalistisch zu arbeiten. Nach Mitarbeit am ORF-Report, in Ö1, bei Falter und taz startete sie Die Chefredaktion auf Instagram und TikTok

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 1+2/2026 erschienen.

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab 20,63€
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER