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Corinna Drumm: „Dialog ist wichtiger denn je“

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Corinna Drumm

©Michael Gruber

Dialog statt Grabenkampf: Corinna Drumm spricht über den Wandel ihrer Rolle im VÖP, die Bedrohung durch Plattformen, die Bedeutung klassischer Medien – und warum Kooperation für Medienvielfalt entscheidend ist.

1. Nach fast 16 Jahren als GF des VÖP: Was sind die größten Veränderungen in ihrem Aufgabenbereich?

Vom operativen Aufbau zur strategischen Interessenvertretung: Digitalisierung, Regulierung und Politik sind komplexer, Dialog wichtiger je.

2. Welche Rolle spielen herkömm­liche Nachrichtenmedien und was bringen Social Media für Ihren Job?

Herkömmliche Medien sichern Qualität, Einordnung und Vertrauen. Social Media beschleunigen Desinformation und sind überdies gefährlich.

3. Sie kommen vom Radio und waren beim Fernsehen: Wo ist die digitale Gefährdung warum größer?

Die digitale Gefährdung betrifft den gesamten Markt: Plattformen bündeln Reichweite, Daten und Werbung und erhöhen den Druck.

4. Welche Rolle spielen Sie bei Koalitionsverhandlungen um ein Regierungsprogramm zu Medienpolitik?

Wir bringen Expertise ein und zeigen Folgen auf. Entscheidungen über Inhalte eines Regierungsprogramms trifft die Politik.

Vorrang für Medien, die Verantwortung tragen und verbindliche gesetzliche Qualitätsstandards erfüllen

Corinna Drumm

5. Definieren Sie bitte die Verhält­nisse des VÖP zu VÖZ, ORF, Freien Radios und Community-Fernsehen!

Kooperation ist heute zentral: Mit VÖZ, ORF und den freien Sendern arbeiten wir konstruktiv zusammen. Alle stärken gemeinsam Medienvielfalt.

6. Von Bloggern bis Podcastern wollen immer mehr Kandidaten Medienförderung: Gut oder schlecht?

Förderung braucht klare Kriterien: Vorrang für Medien, die Verantwortung tragen und verbindliche gesetzliche Qualitätsstandards erfüllen.

7. Mehr Kooperation von ORF + Privaten ist national notwendig. Wo schlummern die größten Potenziale?

In fairer Kooperation: Die ORF-Ressourcen sollten private Medien stärken – durch gemeinsame Projekte und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

8. Ihre Mit- und Gegenspieler sind immer noch größtenteils Männer. Hatten Sie als Frau Nachteile?

Nein. Aber ich halte diverse Teams für effizienter, kreativer und erfolgreicher. Daher wünsche ich mir mehr Frauen in Führungspositionen.

© Michael Gruber

Steckbrief

Corinna Drumm

Corinna Drumm, 54, ist vor 30 Jahren bei DoRo in die Medienbranche eingestiegen, war Geschäftsführerin der Privatradios Antenne Wien und Antenne Salzburg sowie von Sat.1 Österreich. Seit 2010 ist sie Geschäftsführerin des Verbands österreichischer Privatsender (VÖP)

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 06/2026 erschienen.

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