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Anita Zielina: „Kollaboration ist transformativ“

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©Heribert Corn

Medienmanagerin Anita Zielina spricht über Funke, ORF-Aufsicht, Parteieneinfluss, Frauen in Führung und warum Kooperation nicht ausreichend ist.

1. Sie wurden Aufsichtsrätin von Funke, dessen Kurier-Anteile Raiffeisen kaufen will. Was heißt das?

Für mich ist jedes Mandat Gestaltungsauftrag mit Fokus auf Zukunftsfähigkeit, auch dieses. Jetzt konzentriere ich mich mal aufs Ankommen :-)

2. Standard, Stern, NZZ: Von welcher journalistischen Etappe haben Sie warum am meisten mitgenommen?

Vom Standard radikalen digitalen Mut, vom Stern Professionalität, von NZZ die Macht der Marke. Diese Mischung prägt meine Arbeit bis heute.

3. Wissenschaft vs. Journalismus? Was ist weshalb aktuell gefährdeter, was wichtiger für Demokratie?

Beide sind unter Druck. Wissenschaft politisiert, Journalismus ökonomisch geschwächt. Demokratie braucht beides – Fakten und Einordnung.

4. Sie waren für NEOS im ORF-Stiftungsrat: Ihre Hauptkritik an diesem Gremium? Die beste Erfahrung?

Kritik: Zu viel Parteidenken, ungeeignete Struktur für Aufsichtsgremium. Beste Erfahrung: engagierte ORF-Teams mit Verantwortungsgefühl.

Bitte, liebe Medien­menschen: Mal raus aus Österreich und rein in die Welt!

Anita Zielina

5. Sie fordern radikale Kollabora­tion für die Zukunft klassischer Medien. Reicht nicht Kooperation?

Kooperation ist nett – Kollaboration ist transformativ: Gemeinsam investieren, Daten teilen, Risiko tragen. Sonst bleibt es reine Symbolik.

6. Österreich, Deutschland, USA: Was unterscheidet Ihre professionelle Arbeit in diesen Staaten?

USA denken größer, D nachhaltiger, Ö politischer. Meine Rolle ist immer recht ähnlich: zukunftsfähige Medien gestalten, Führung neu denken.

7. Sie waren Stipendiatin der Stanford University. (Warum) Würden Sie das heute (nicht) empfehlen?

Empfehle ich immer! Bitte, liebe Medien­menschen: Mal raus aus Österreich und rein in die Welt! Wegen Inspiration, Mut, Netzwerk, Freiheit ...

8. Frauen in der Medienbranche: Wo hat sie den größten Nachholbedarf in Sachen Gleichberechtigung?

In Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien. Talent fehlt nicht, sondern radikal neue Machtverteilung hin zu neuen Führungspersönlichkeiten.

© Heribert Corn

Steckbrief

Anita Zielina

Anita Zielina, 45, hatte leitende Funktionen bei „Stern“, „Standard“ und „NZZ“. Heute ist sie Aufsichtsrätin bei Funke (das sich von der „Krone“ getrennt hat, aber noch fast 50 Prozent am „Kurier“ hält), Mediahuis und News Product Alliance. Mit ihrem Better Leaders Lab berät sie Führungsteams.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 08/2026 erschienen.

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