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Zahl der Lehrlinge heuer weiter gesunken

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Metalltechnik bei Mädchen in die Top 10 aufgestiegen
©ANDREAS PESSENLEHNER, APA, Themenbild
Die Zahl der Lehrlinge ist heuer weiter geschrumpft. Betroffen sind alle Sparten, besonders stark war der Rückgang in der Industrie. Nur in der überbetrieblichen Lehrausbildung (ÜBA) geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung. Hier stieg die Lehrlingszahl zum Stichtag Ende September um fünf Prozent auf fast 6.000 Auszubildende, wie Zahlen der Wirtschaftskammer (WKÖ) zeigen. Bei den Ausbildungsbetrieben waren es Ende September 95.000 Lehrlinge, ein Minus von 4,3 Prozent.

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Für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ist das Plus bei der überbetrieblichen Lehrausbildung eine schlechte Nachricht. Laut Wirtschaftskammer kostet ein Lehrling, der überbetrieblich im Auftrag des AMS ausgebildet wird, die öffentliche Hand über 23.000 Euro jährlich, mehr als drei Mal so viel wie ein Lehrling in einem Betrieb.

Bei jenen, die heuer eine Lehre begonnen haben, ist der Trend zur ÜBA noch deutlicher. Während die Zahl der Lehranfänger in den Betrieben um 4,8 Prozent auf 28.100 sank, stieg sie bei der ÜBA um 7,4 Prozent auf rund 3.100.

Der Anstieg bei der überbetrieblichen Lehrausbildung liegt auch daran, dass es in Wien und generell im Osten Österreichs zu wenig Lehrstellen gibt. Allein in Wien sind laut Wirtschaftskammer um 5.163 mehr Lehrstellensuchende als offene Stellen registriert. In Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Kärnten gibt es hingegen um 3.800 mehr Lehrstellen als Bewerber.

Wie aus den Wirtschaftskammer-Statistiken auch hervorgeht, interessieren sich immer mehr junge Frauen für die tendenziell besser bezahlten technischen Lehrberufe. So ist zum Beispiel Metalltechnik in die Top 10 der Lehrberufe der Mädchen aufgestiegen.

Die Lehrlingszahlen sind in Österreich seit dem Höchststand im Jahr 1980 sukzessive gesunken. Damals gab es allerdings auch um 220.000 mehr Jugendliche im Alter von 15 bis 19 Jahren. 2016 wurde der Abwärtstrend gestoppt, in den vergangenen zwei Jahren sank die Zahl der Lehrlinge jedoch wieder. Auch der Anteil der 15-Jährigen, die sich für eine Lehre entscheiden, sank von rund 40 Prozent 2024 auf 36,7 und 2025 auf 34,7 Prozent.

Der Rückgang bei den Lehrlingszahlen hängt laut Wirtschaftskammer mit den geburtenschwachen Jahrgängen 2006 bis 2009 zusammen, aber auch mit der schwachen Konjunktur und dem steigenden Kostendruck. Dazu kommen schulische Defizite, die einer Berufsausbildung im Weg stünden, so die WKÖ.

Die Ausbildung verlagert sich zusehends von kleinen zu größeren Betrieben. Es bilden weniger Betriebe aus, diese haben dafür aber mehr Lehrlinge. Das erklärt laut Wirtschaftskammer zum Teil den statistischen Rückgang der Anzahl der Ausbildungsbetriebe. 48,1 Prozent der Ausbildungsbetriebe in Österreich haben demnach genau einen Lehrling. Wenn diese Betriebe wegfallen, gehen gerade in vielen ländlichen Regionen berufliche Zukunftsperspektiven, berufliche Vielfalt und Kompetenzen verloren, warnt die Kammer. Die meisten Lehrlinge werden in kleinen Gewerbe- und Handwerksbetrieben ausgebildet.

Damit die Lehre attraktiv bleibt, wurden die Lehrlingseinkommen in den vergangenen Jahren in den Kollektivvertragsverhandlungen überdurchschnittlich stark angehoben. Laut Wirtschaftskammer sind Lehrlinge alles andere als billige Arbeitskräfte. Im Gegenteil: Die Betriebe gingen finanziell in Vorleistung. Für ein Unternehmen rechne sich die Ausbildung eines Lehrlings erst, wenn ein fertig ausgebildeter Lehrling noch weitere Jahre im Betrieb bleibt.

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