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Der massive PV-Ausbau der vergangenen Jahre hat am Strommarkt dazu geführt, dass es in den Mittagsstunden ein Überangebot an Strom gibt und im Sommer die großen Donaukraftwerke gedrosselt werden müssen. Gleichzeitig war der Strompreis am Abend um rund 70 Prozent höher als in den restlichen Tagesstunden.
Um diese Preisschwankungen im Tagesverlauf zu glätten, bräuchte es Batteriespeicher mit einer Leistung von 4 Gigawatt (GW) und einer Speicherkapazität von 16 Gigawattstunden (GWh), wie eine Analyse des Beratungsunternehmens Fingreen im Auftrag der PV Austria ergab. Derzeit sind in Österreich Batteriespeicher mit einer Leistung von 1,65 GW und einer Kapazität von 3,2 GWh installiert. Zum Vergleich: Bei den Pumpspeicherkraftwerken beträgt die in Österreich installierte Leistung 7,2 GW.
Die negativen Strompreise zu Mittag stören auch den Vorstandsvorsitzenden der PV Austria, Herbert Paierl. "Sie sind ein Investitionskiller", sagte er in einer Pressekonferenz. PV und Batteriespeicher gehörten zusammen, steht der Interessensvertreter hinter den von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) geplanten Änderungen bei den PV-Förderungen, die stärker auf Speicher ausgerichtet werden sollen.
Einem Ausbaustopp der Sonnenstromproduktion stellte sich Paierl aber vehement entgegen. "Nein, wir haben nicht zu viel PV, wir müssen sie nur mit Batterien veredeln", sagte er. Das energiewirtschaftliche Optimum seien sogenannte Super-Hybrid-Parks, das sind große Freiflächen-Photovoltaikanlagen, die sich den Netzanschluss mit Windrädern und einer Großbatterie teilen. Diese seien beim Preis pro Kilowattstunde konkurrenzlos.
Paierl drängt auf mehr Tempo. "Es muss schnell passieren, eigentlich bräuchten wir die Batterien jetzt schon." Wichtig sei, dass Batteriespeicher so wie Pumpspeicher die ersten 20 Jahre von den Netzentgelten befreit sind, wie es im neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) vorgesehen ist. Die Verordnung der E-Control zur Netzdienlichkeit sollte möglichst einfach ausfallen, um den Hochlauf zu beschleunigen.
Dass es schnell gehen kann, zeigte das osteuropäische EU-Land Bulgarien vor. Dort sei binnen ein bis zwei Jahren die installierte Batterieleistung auf 15 GWh gestiegen, etwa durch Groß-Batterieprojekte in der Nähe von Umspannwerken. Bulgarien habe sich so an manchen Tagen vom europäischen Strommarkt entkoppelt und mithilfe der Batterien teurere Stromquellen, vor allem Braunkohle, aus der Merit-Order gedrängt. Die Folge seien niedrigere Strompreise als in den Nachbarländern Rumänien und Griechenland, erklärte die Strommarktexpertin Raphaela Hein.





