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Dass das Land die Anteile der Stadt übernehmen will, war seit geraumer Zeit bekannt. Im Sommergespräch mit dem ORF Oberösterreich hatte Landeshauptmann Thomas Stelzer am Donnerstag gesagt, dass er danach die Beteiligung privater Investoren anstrebe, und angekündigt, dass diese Teilprivatisierung ausgeschrieben werden soll. Er rechne damit, dass das "noch heuer über die Bühne geht". Geld dürfte zwischen Land und Stadt vorerst nicht fließen. Der Kaufpreis soll laut nachrichten.at (Freitag) zwar zwischen 1 und 2 Mio. Euro liegen, kann sich aber noch ändern, wenn eine Privatisierung viel mehr Geld bringt oder nachträglich noch unerwartete Kosten anfallen.
Seit Jahren kämpft man mit schwächelnden Passagierzahlen, im ersten Halbjahr 2026 brachen sie erneut um 15,3 Prozent - auf 110.627 Fliegende - ein. Im Vorjahr hatten Land und Stadt bereits insgesamt 8 Mio. Euro zuschießen müssen. Für die kommenden vier Jahre pumpt das Land insgesamt bis zu 36 Mio. Euro als Anschubfinanzierung in die Verbindung Linz-Frankfurt, die von der dänischen Linie DAT bedient wird und laut Medienberichten nur mäßig ausgelastet sein soll. Hinzu kommt, dass laut einem Prüfbericht des Landesrechnungshofs der Flughafen bis 2035 noch zusätzlich zwischen 27,6 und 45 Mio. Euro benötigen wird - die Kosten zur Beseitigung zurückliegender Umweltschäden sind da noch nicht eingerechnet.
Dass die Stadt Linz mit Blick auf ihre finanzielle Lage nicht noch mehr Geld in den Flughafen pumpen will, ist ein offenes Geheimnis. Man hat ein Gutachten zum Wert des Airports in Auftrag gegeben. Das Ergebnis ist offiziell nicht bekannt, aber kolportiert wird, dass er kaum etwas wert sein soll. Die "Oberösterreichischen Nachrichten" (OÖN) hatten von einem Liquidationswert von 2 bis 4 Mio. Euro bzw. einem negativen Wert bei der Bewertung nach dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren (DCF) berichtet.
Das Land verweist allerdings stets auf die Bedeutung eines eigenen Flughafens für den Standort und auf eine Studie des Volkswirtschafters Teodoro Cocca von der Linzer Johannes Kepler Universität im Auftrag des Landes, wonach die volkswirtschaftliche Wertschöpfung bei 128,5 Mio. Euro jährlich liege. Hoffnung legt man auch in ein neues Management: Jörg Ebbighausen übernimmt zum Jahreswechsel von Norbert Draskovits die Geschäftsführung.
Dennoch häuften sich zuletzt die schlechten Nachrichten: Die türkische Fluglinie Corendon hat angekündigt, nächsten Sommer die Hurghada-Verbindung einzustellen. Die Billigfluglinie Ryanair streicht im Herbst die Verbindung nach London. Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) fordert deshalb laufend die Abschaffung der Luftverkehrsabgabe.
Möglich ist nach der Übernahme der städtischen Anteile durch das Land auch das Szenario einer Teilprivatisierung. Eine Gruppe von Unternehmern hatte der Stadt Linz bereits ein Kaufangebot in der Höhe von einer Million Euro gemacht, das jedoch mit Ende Juni ausgelaufen ist.
