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Gesellschaftlicher Wohlstand, technologische Souveränität und Resilienz sind oft vernommene Schlagworte, die auch die Diskussionen der bereits zum dritten Mal in Folge im Wiener Museumsquartier stattfindenden "Technology Talks Austria", ein jährliches Gipfeltreffen der heimischen Forschungscommunity, Wirtschaft und Politik und internationaler Experten, seit Anbeginn begleiten. Genährt werden die großen Ziele eben auch von den anhaltenden geopolitischen Spannungen, der Energiekrise wie zudem politischer Polarisierung, die Europa herausfordere - "Ungewissheit und Unsicherheit" seien derzeit die einzige Konstante, wie es Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) formulierte. Die Ministerin sprach von einem notwendigen Bekenntnis für ein starkes, gemeinsames Europa und lobte in diesem Zuge auch einmal mehr den derzeitig verhandelten Vorschlag der EU-Kommission, wieder ein eigenständiges, mit einem nahezu verdoppelten Budget ausgestattetes Forschungsrahmenprogramm für 2028 bis 2034 aufzusetzen und dieses zugleich auch mit dem geplanten Europäischen Wettbewerbsfonds (ECF) gemeinsam zu denken.
Europa und Österreich seien bei der Forschung gut aufgestellt. Die große Herausforderung bestehe darin, so wurde es bereits im Museumsquartier in der Halle E vor großem Publikum diskutiert, Forschungsergebnisse aus den Ländern in global wettbewerbsfähigen Unternehmen umzusetzen. Europa müsse lernen, sich besser zu vermarkten, meinte Florian Frauscher, Sektionschef im Wirtschaftsministerium. "Produkte und Skalierung passieren woanders", sagte Holzleitner zu den Medien. Wo China oder Amerika stehen, "wissen wir", so Infrastrukturminister Peter Hanke (SPÖ). Er sprach von der enormen "Dynamisierung von Technologien", etwa zu Themen wie Sicherheit, Resilienz, aber auch Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Europa benötige Kapital, Mut, Vernetzung und auch eine entfaltete Dynamik, um hier mithalten zu können.
"Es haben noch nicht alle verstanden, dass wir uns in einem geopolitischen Rennen befinden", so Frauscher bei der Pressekonferenz. Es gehe um technologischen Vorsprung von Ländern etwa bei Halbleiter- oder Quantentechnologien oder auch Raumfahrt. Es stelle sich für Europa und Österreich die Aufgabe vor allem bei "Implementierung, Kommerzialisierung und Skalierung" stärker zu werden, Forschung auch tatsächlich in Produkte zu überführen, kleine und mittelständische Unternehmen in Österreich auch mitzunehmen und mit Produkten Breitenwirksamkeit zu erlangen.
Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV), unterstrich, es mangle in Europa nicht an Ideen, Forschung und "hellen Köpfen", aber "wir stehen massiv unter Druck" im Hinblick auf die Wirtschafts- und Arbeitslosenentwicklung: Künftig gehe es auch darum, "Innovation ganzheitlich zu sehen", nämlich von der Idee zum Produkt bis hin zum Markt und auch unter Berücksichtigung von Faktoren wie Bildung als notwendige Komponente. Hanke, Frauscher wie auch Knill priesen einmal mehr die "Industriestrategie 2035" mit ihren definierten neun Schlüsseltechnologien als gute Basis und verwiesen auf die Notwendigkeit, bei der geforderten Transformation die Unternehmen mitzunehmen. Maßnahmen wie der von der Regierung geplante öffentlich-private Risikokapital-Dachfonds für Start-ups und Scale-ups, der im ersten Quartal 2027 operativ starten soll, seien hier entscheidend.
Service: Technology Talks Austria 2026 von 10. bis 11. September in Wien: https://technologytalks.ait.ac.at
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/AIT/APA-Fotoservice/Katharina F.-Roßboth
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