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Besonders angespannt ist die Situation im Verlagswesen und bei den Medien, die bei der negativen Umsatzentwicklung den Spitzenplatz belegen. Massiv unter Druck sind auch die Gastronomie und Beherbergung sowie das Baugewerbe. Beim Konsumverhalten berichten 51 Prozent der rund 1.000 im August befragten Firmen, dass Privatpersonen weniger Geld ausgeben als vor drei Jahren. Die Investitionsfreude der Unternehmen fällt ausgesprochen zurückhaltend aus.
Während der Handelssektor mit nur 35 Prozent positiven Rückmeldungen stark belastet ist, zeigt die Industrie mit 40 Prozent eine Seitwärtsbewegung auf niedrigem Niveau. "Der Frust der österreichischen Unternehmerinnen ist höher denn je", erklärte KSV1870-Holding-CEO Ricardo-José Vybiral. "Die Deindustrialisierung findet weiterhin statt", verwies Vybiral auf jüngste Produktionsverlagerungen ins Ausland.
Bei Firmenkunden verlängerte sich die durchschnittliche Zahlungsdauer gegenüber dem Vorjahr um 4 Tage auf 29 Tage. Öffentliche Stellen überschreiten das gesetzliche Zahlungsziel von 30 Tagen weiterhin: Der Bund benötigt im Schnitt 36 Tage, die Länder 32 Tage und die Gemeinden 27 Tage. Positiv heben sich Privatkunden ab, die ihre Rechnungen rascher begleichen und die Zahlungsdauer um zwei auf 13 Tage verkürzten. Für 28 Prozent der Betriebe steht das Ergebnis mit einer "Schwarzen Null" Spitz auf Knopf.
Wenn Forderungsverluste auftreten, machen diese in 90 Prozent der Fälle Beträge bis zu 50.000 Euro aus. "Für den Installateur um die Ecke oder den Tischler sind 30,000, 40.000, 50.000 Euro Ausfall schon so viel, dass ein Insolvenzantrag gestellt werden muss", warnte Walter Koch, Geschäftsführer der KSV1870 Forderungsmanagement GmbH. Für das Jahr 2027 blickt knapp ein Drittel der Betriebe (31 Prozent) mit Sorge auf die weitere Entwicklung der Zahlungsmoral. Hauptgründe für den Zahlungsverzug bei Firmen sind Liquiditätsengpässe (45 Prozent) und Ineffizienz in der Verwaltung (43 Prozent).
