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"Für das zweite Halbjahr 2026 ist, abhängig von der Entwicklung der Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten, weiterhin von einer vorsichtigen, abwartenden Haltung der Investor:innen auszugehen", erklärte EHL-Investment-Consulting-Chef Franz Pöltl. Nach der Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) um 25 Basispunkte am 11. Juni 2026 rechne der Markt mit weiteren, aber moderaten Zinsschritten.
"Gemeinsam mit der verhaltenen Konjunktur dürfte dies das Marktgeschehen weiter prägen und den gewerblichen Vermietungsmarkt ebenfalls belasten", erklärte Pöltl. Diese Zurückhaltung dürfte seiner Meinung nach in eine überwiegend seitwärts verlaufende Investmentaktivität münden, mit weniger Dynamik als in alternativen Veranlagungssegmenten.
"Die anhaltend hohen Insolvenzzahlen in der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie die schwierigen Finanzierungsbedingungen verschärfen die Lage", fügte Co-Geschäftsführer Markus Mendel hinzu. Die Investoren fokussierten sich derzeit weiter auf Core-Objekte und mieden schwächere Standorte - "ein Trend, der sich im zweiten Halbjahr fortsetzen dürfte".
Der hohe Bedarf an Wohnraum und die starke Vermietungsdynamik trieben die Nachfrage nach Wohnimmobilien - die Preisvorstellungen der Parteien unterschieden sich aber "oft noch deutlich", berichtete Mendel. Als liquideste Assetklasse erwiesen sich heuer zwischen Jänner und Juni Bestandswohnimmobilien, mit einem Marktanteil von etwa 26 Prozent. Hier sei die Nachfrage laut EHL hoch und die Cashflows stabil gewesen. Auch gewerbliche Wohnformen wie Hotels, Serviced Apartments und Studentenwohnheime seien stark nachgefragt. Im Einzelhandelssegment dominierten Highstreet-Lagen und lebensmittelgeankerte Fachmarktzentren mit Nahversorgungsfunktion.
Stabil blieben Logistikimmobilien im Top-Segment, sekundäre Standorte würden zunehmend abgestraft. Bei Gesundheitsimmobilien und Rechenzentren ortet das Immobilienberatungsunternehmen "starkes Wachstumspotenzial". Die Nachfrage übersteige das Angebot.
