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Zwischen April und Juni wurden heuer nur noch Immobilien im Volumen von 300 Mio. Euro veräußert. Offene Immobilienfonds hätten deutlich weniger Verkäufe getätigt - vor einem Jahr hätten sie das Marktgeschehen noch dominiert. Heuer befinde sich zwar "marktfähiges Produkt" dieser Fonds auf dem Markt, die Transaktionszeiträume hätten sich aber verlängert - die Immobilien gehen also schwer weg.
Das rückläufige Investitionsvolumen zeigt sich den Angaben zufolge vor allem im Wohnsegment - mit einem Minus im laufenden Jahr von aktuell rund 80 Prozent. Ursache dafür sei "nahezu ausschließlich, dass die Renditeerwartung von Investoren nicht erfüllt werden kann, bei gleichzeitiger großer Nachfrage von Investoren nach dieser Asset-Klasse", erklärte CBRE.
Die globalen Entwicklungen gegen Ende des ersten Quartals und das veränderte Zinsumfeld hätten heuer im zweiten Quartal zu "einer vorsichtigeren Haltung" vieler Investoren geführt. Gleichzeitig seien die Fundamentaldaten des österreichischen Immobilienmarktes stabil geblieben. "Kurzfristig haben geopolitische Unsicherheiten einige Investitionsentscheidungen verzögert", erklärte Manuel Bugl, Head of Investment bei CBRE Österreich.
Die Pipeline größerer Transaktionen sei aber gut gefüllt und die internationale Nachfrage nehme zu. "Wir erwarten signifikante Abschlüsse in der zweiten Jahreshälfte", betonte Bugl. Aktuell befinden sich den Angaben zufolge mehrere großvolumige Transaktionen im Markt, die im weiteren Jahresverlauf für zusätzliche Dynamik sorgen könnten - so etwa in der Wiener Innenstadt die Luxuseinkaufsmeile Goldenes Quartier und das Nobelhotel Park Hyatt aus der Insolvenzmasse des Signa-Konzerns rund um René Benko.
Die stärkste Assetklasse im ersten Halbjahr bildeten laut CBRE Einzelhandelsimmobilien mit mehreren High-Street-Transaktionen - etwa auf der Wiener Mariahilfer und Kärntner Straße - und einem Marktanteil von 27 Prozent. Dahinter folgten Hotels mit 26 Prozent auf Platz zwei und - trotz des deutlichen Rückgangs - Wohnen mit 15 Prozent weiterhin auf Platz drei. Zu den größten Abschlüssen im zweiten Quartal gehörten den Angaben zufolge der Verkauf der Arkade Meidling und des Leonardo Smart Vienna Airport Hotel, das an einen israelischen Investor ging.
Etwas mehr als die Hälfte (53 Prozent) des bisherigen Investitionsvolumens in heimische Immobilien entfiel heuer auf internationale Investoren - im Vorjahr waren es nur 35 Prozent. In den vergangenen Jahren hatte laut CBRE noch überwiegend heimisches Kapital den Markt dominiert. "Wir spüren seit Jahresbeginn eine spürbar steigende Aktivität internationaler Investoren", berichtete Bugl.
Im zweiten Quartal seien die Renditen in mehreren Assetklassen moderat gestiegen. Die Spitzenrendite bei High-Street-Retail habe sich um 5 Basispunkte auf 4,75 Prozent erhöht. Bei Wohnimmobilien gab es den Angaben zufolge ein Plus von 10 Basispunkten auf 4,10 Prozent und bei Logistik einen Anstieg von 5 Basispunkten auf 5,15 Prozent. Unverändert geblieben sei die Rendite bei Büroimmobilien (4,75 Prozent) und bei Hotels (5,40 Prozent).
