ABO

Arbeitslosigkeit im Juli erneut gestiegen - 364.000 ohne Job

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Arbeitslosenzahlen steigen seit Frühjahr 2023
©APA/APA/THEMENBILD/HANS KLAUS TECHT
Die schwache Konjunkturentwicklung lässt die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmer seit dem Frühjahr 2023 steigen. Ende Juli waren 364.200 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet. Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat von 1,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent, wie das Arbeitsmarktservice (AMS) am Montag mitteilte.

von

"Nach nunmehr 40 Monaten steigender Arbeitslosigkeit wiederholt sich meine Analyse leider zwangsläufig", so AMS-Vorstand Johannes Kopf. Es gebe "zu wenig internationale Nachfrage, zu hohe Energie- und Lohnstückkosten, zu wenig Konsum, zu wenig Investitionen. Kurz: zu wenig Wirtschaftswachstum." Laut dem AMS-Chef gibt es aber erste positive Signale für eine Trendwende: "Arbeitsmärkte drehen irgendwann und erste Anzeichen sind erkennbar."

Wie in den Vormonaten sank die Zahl der arbeitslosen Männer und männlichen AMS-Schulungsteilnehmer (-1,7 Prozent), während bei Frauen ein Plus von 4,8 Prozent verzeichnet wurde. Rückläufig war die Anzahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer im Bereich Arbeitskräfteüberlassung (-2,4 Prozent), am Bau (-1,3 Prozent) und im Verkehrs- und Lagerwesen (-0,9 Prozent). Das stärkste Plus bei den Arbeitslosenzahlen gab es im Gesundheits- und Sozialwesen (+11 Prozent), gefolgt vom Handel (+4,3 Prozent), Warenherstellung (+2,7 Prozent) sowie Beherbergung und Gastronomie (+0,3 Prozent).

Der überdurchschnittliche Anstieg im Gesundheits- und Sozialbereich habe auch statistische Gründe, hieß es zuletzt vom AMS. Neben der stark steigenden Beschäftigung wegen des höheren Pflegebedarfs steige die Beschäftigung auch, weil immer mehr Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, die bisher von der öffentlichen Hand geführt wurden, ausgegliedert werden. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden in der Statistik nicht mehr als öffentlich Bedienstete gezählt werden, sondern der Branche Gesundheits- und Sozialwesen zugerechnet, so das AMS.

Die Konjunkturschwäche in Österreich ist weiter auch bei den Stellenanzeigen spürbar. Die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen sank Ende Juli gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf knapp 80.000. Der ÖVP-Wirtschaftsbund erfasst in seinem Stellenmonitor alle Online-Jobportale und verzeichnete knapp 169.000 offene Stellen in Österreich.

"Einerseits steigt die Arbeitslosigkeit, andererseits fehlen in wichtigen Bereichen weiterhin qualifizierte Fachkräfte", so Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) in einer Aussendung. Man habe sich als Bundesregierung unter Federführung des Sozialministeriums "zum Ziel gesetzt, noch in diesem Jahr eine zukunftsorientierte Fachkräftestrategie zu erarbeiten", kündigte die Ministerin an. Die Regierung werde "die aktuellen und künftigen Herausforderungen am österreichischen Arbeitsmarkt umfassend adressieren", um "langfristig ein ausreichendes Fachkräfteangebot" in allen Wirtschaftsbereichen zu sichern.

Beim Fachkräftebarometer des Arbeitsministeriums und des AMS waren im zweiten Quartal 2026 die Top-5-Engpassberufe Elektroinstallateur/in, Kraftfahrzeugmechaniker/in, sonstige Techniker für Maschinenbau, Maurer und Ärztin/Arzt.

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER