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"Geschützte Wildtiere landen in Österreich viel zu schnell auf der Abschussliste, während bei Monitoring, Prävention und Konfliktmanagement große Lücken bestehen", sagte WWF-Expertin Sarah Layendecker. Besonders kritisch bewertete der WWF die zunehmenden Tötungsfreigaben für Biber, Fischotter und Wolf. Allein von diesen drei geschützten Arten wurden seit 2020 mehr als 1.200 Tiere auf Basis von Verordnungen getötet, die aus Sicht des WWF gegen EU-Naturschutzrecht verstoßen. Zugleich fehlten vielerorts zentrale Grundlagen eines wirksamen Wildtiermanagements, darunter ausreichendes Monitoring, aktuelle Managementpläne sowie Ressourcen für Prävention und Konfliktlösung.
Obwohl Wildtiere "keine Landesgrenzen kennen", werde das Management vielfach isoliert geplant und umgesetzt. "Gerade die Unterschiede zwischen den Bundesländern zeigen, warum es dringend eine bundesweit abgestimmte Strategie braucht, die das EU-Naturschutzrecht respektiert", so Layendecker.
Für fünf Bundesländer fielen die Bewertungen besonders kritisch aus, weil dort Tötungsverordnungen, fehlende Prävention und lückenhafte Managementpläne zusammenkommen. In Kärnten dürften Biber und Fischotter in hohen Kontingenten getötet werden, obwohl Präventionsmaßnahmen vielfach fehlen; beim Fischotter seien zudem potenziell grausame Conibearfallen erlaubt. In Niederösterreich bestehen laut WWF Tötungsverordnungen bei Biber, Fischotter und Wolf, zugleich gebe es offene Fragen beim Wolfsmonitoring und keine Kompensation beim Biber.
Auch Oberösterreich setze trotz vorhandener Präventionsförderungen auf Entnahme- und Abschussverordnungen bei Biber, Fischotter und Wolf. In Salzburg ermöglichen Verordnungen Tötungen bei allen drei Arten. Besonders kritisch wurden anlasslose Wolfsabschüsse sowie unbegrenzte Fischotter-Entnahmen in bestimmten Teilstrecken bewertet. In der Steiermark sieht der WWF Fortschritte beim Monitoring, aber Rückschritte durch die Einstellung von Herdenschutzmaßnahmen und geplante bzw. fortgesetzte Entnahme-Verordnungen bei Biber und Fischotter. Im Burgenland, in Wien, Vorarlberg und Tirol gab es dagegen bessere Bewertungen.
Positiv bewertete der WWF das Management des Seeadlers in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und im Burgenland. "Wirksamer Artenschutz ist möglich, wenn Monitoring, Schutzmaßnahmen und die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Wissenschaft und Naturschutz gut funktionieren."
Für das vierte Bundesländer-Barometer seien offizielle Daten ausgewertet und ergänzende Angaben bei Behörden erhoben worden. Acht Bundesländer führten Interviews oder beantworteten Fragebögen. Tirol verzichtete auf eine Stellungnahme. Untersucht wurden der Schutz und das Management der Flaggschiff-Arten Biber, Fischotter, Luchs, Seeadler und Wolf. Zu den sechs Kriterien zählen Monitoring, Prävention und Entschädigung, Managementpläne, Kommunikation sowie die Umsetzung rechtlicher Vorgaben.
( S E R V I C E - "WWF-Bundesländer-Barometer" sowie Grafiken und Bilder sind hier zu finden: https://wwf-bilder.px.media/share/1781000887mAyFK8jk6Pqn0H/media
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse nach Tierarten finden Sie hier: www.wwf.at/bundeslaenderbarometer)






