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Klinik Innsbruck entnahm Eierstockgewebe bei jungen Krebspatientinnen

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In Innsbruck entnahm man Eierstockgewebe bei jungen Krebspatientinnen
Die Innsbrucker Klinik hat mit zwei Eingriffen im Jahr 2025 und 2026 bei krebskranken Mädchen unter zehn Jahren österreichweit erstmals Eierstockgewebe entnommen und eingefroren. Damit soll der Fruchtbarkeitserhalt nach schweren Krebstherapien ermöglicht werden. Relevante Daten für diese "Fokusverschiebung" hatte zuvor eine Studie der Medizinischen Universität Innsbruck mit 500 krebskranken Kindern geliefert, betonten Mediziner am Montag bei einer Pressekonferenz.

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Diese Daten, die einen Zeitraum von 18 Jahren umfassen, hätten nämlich gezeigt, dass die "Fertilitätsprotektion" - also eben die Entnahme und das Einfrieren von Eierstockgewebe zum Fruchtbarkeitserhalt - nur bei einem sehr kleinen Teil der betroffenen Kinder umgesetzt worden sei. "Die Fertilität und damit verbundene Beratungen spielten so gut wie keine Rolle, sondern es ging primär ums Überleben der jungen Patientinnen", skizzierte Bettina Böttcher, Oberärztin an der Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin und Vorstandsmitglied im FertiPROTEKT-Netzwerk.

Im Fokus sei früher somit nicht gestanden, "wie Kinder überleben", sondern dass sie überhaupt überleben, beschrieb Gabriele Kropshofer, Oberärztin für pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzellentransplantation an der Kinderklinik Innsbruck, weiters die lange vorherrschende Situation. Da aber immer mehr Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen überleben - europaweit sind es mittlerweile 80 Prozent - kämen zunehmend auch Spätfolgen wie eingeschränkte Fruchtbarkeit oder Unfruchtbarkeit in den Blick. "Das betrifft immerhin zwei Drittel aller Überlebenden", erklärte Kropshofer.

Die eigentliche Innovation rund um die an den beiden Mädchen (vier und sechs Jahre alt) in Innsbruck erfolgten Eingriffe sei somit weniger medizinischer Natur. Denn es mache keinen Unterschied, ob diese bei jungen Mädchen oder bei Frauen vorgenommen werden würden. Entscheidend sei vielmehr eben die Tatsache, dass man nunmehr "Beratungen rund um den Fruchtbarkeitserhalt" forciere, betonte Bettina Toth, Direktorin der Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin.

Aufklären wolle man nunmehr darüber, dass nach dem Eingriff "das Eierstockgewebe in Sicherheit ist und später somit die Option offen ist, ob man es verwendet oder nicht", führte die Klinikdirektorin aus. Sowohl der Eingriff zur Entnahme als auch das spätere Einsetzen sei jedenfalls mittels "Bauchspiegelung" und damit mit einem "minimalinvasiven Verfahren" möglich.

Das Thema habe jedenfalls eine "sehr große gesellschaftliche Dimension", betonte die ebenfalls an der Pressekonferenz teilnehmende Gesundheits- und Wissenschaftslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP). Es brauche noch mehr "Aufklärungsarbeit", dass die Forschung und die Medizin mittlerweile die Möglichkeit biete, dass junge Krebspatientinnen später Kinder bekommen können", strich Hagele heraus.

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