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Taufliegen zeigen Verlust der Artenvielfalt

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Drosophila melanogaster zählt zu häufigsten Taufliegen-Arten in Wien
Die Artenvielfalt von Taufliegen () in Wien hat in den vergangenen drei Jahrzehnten um rund 50 Prozent abgenommen. Das zeigen Forscherinnen und Forscher des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien, die mithilfe von Citizen Scientists die Artenzusammensetzung dieser Fliegen untersucht und mit einer Studie aus 1994 verglichen haben. Damals häufige Arten könnten durch zugewanderte Taufliegenarten verdrängt worden sein, schreiben sie im Fachblatt "Ecology and Evolution".

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Das Team um Martin Kapun vom NHM hat im Rahmen des Citizen-Science-Projekts "Vienna City Fly" 2024 einfache Fliegenfallen an Laienforscher in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland verteilt, die diese nach einiger Zeit wieder an die Forschenden zurückgeschickt haben. Diese konzentrierten sich für ihre Studie, deren Ergebnisse sie nun publiziert haben, auf Proben, die in unmittelbarer Nähe menschlicher Siedlungen gesammelt wurden, sowohl in Innenräumen als auch auf Balkonen und Gärten.

Insgesamt wurden mehr als 18.000 Taufliegen gesammelt, bestimmt und dabei 13 Drosophila-Arten identifiziert. Darunter fanden sich zwei bisher in Österreich noch nicht nachgewiesene Arten: und . Erstere ist in den USA, Mexiko und Südamerika verbreitet und wurde im vergangenen Jahrhundert nach Europa eingeschleppt, letztere stammt aus Asien und hat sich erst seit relativ kurzer Zeit in der gesamten nördlichen Hemisphäre verbreitet.

Der Zuwanderer D. mercatorum mit rund 8.800 Nachweisen und (6.700) waren die häufigsten Arten in den gesammelten Proben. "Dominiert wird die -Population im Wiener Stadtgebiet von Generalisten mit starker Affinität zum Menschen", erklärte Kapun gegenüber der APA. Neben sind das , und .

Dabei war die Artenvielfalt der Taufliegen umso niedriger, je höher die Verbauungsdichte (Urbanisierungsgrad) ist. Insgesamt konnten in der aktuellen Studie neun Drosophila-Arten, die vor mehr als drei Jahrzehnten in einer Studie über Fruchtfliegen im Raum Wien beschrieben wurden, nicht mehr nachgewiesen werden. "Das entspricht einer Reduktion um mehr als 47 Prozent in diesem Zeitraum", so Kapun. Die dramatischsten Veränderungen wurden dabei in der -Gruppe beobachtet - gleich sieben Vertreter dieser Gruppe wurden aktuell nicht mehr gefunden.

Der erhebliche Artenwechsel und die Verringerung der -Diversität im Großraum Wien würden mit dem beschleunigten globalen Verlust der Biodiversität übereinstimmen. Die Gründe dafür seien vielfältig, betonte Kapun. Die infolge des globalen Klimawandels um mehr als zwei Grad Celsius gestiegene durchschnittliche Jahrestemperatur in der Wiener Innenstadt könnte die Konkurrenzfähigkeit von -Arten mit engen Temperaturansprüchen verringert haben. Und die Konkurrenz mit neu eingeführten -Arten, die überlappende ökologische Nischen besetzen, könnte zum Rückgang ehemals häufiger Arten beigetragen haben.

Für das Forschungsteam spiegeln die beobachteten Unterschiede in der Artenhäufigkeit und Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften "bedeutende ökologische und biologische Veränderungen wider". Die langfristige Überwachung von Drosophila - unterstützt durch Citizen Science - würde einen "effektiven und anpassungsfähigen Ansatz zur Erfassung von Veränderungen der Biodiversität in einer sich rasant wandelnden Welt darstellen". Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter planen für das kommende Jahr wieder eine Sammelaktion mithilfe von Citizen Scientists.

Service: Link zur Studie: https://doi.org/10.1002/ece3.72826

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