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So unendlich der Weltraum auch ist, er ist bekanntlich alles andere als ein Lebensraum für Menschen. Daher gilt es im Rahmen der aktuell wachsenden Ambitionen in Richtung bemannte Raumfahrt, stärker über die ideale Nutzung der äußerst begrenzten Ressource "Platz" nachzudenken. Das tut das Team der Wiener Firma um Barbara Imhof und René Waclavicek bereits seit Jahren. So ist man u.a. Teil des Design- und Test-Teams für das "International habitation module" (Lunar I-Hab) der "Gateway"-Raumstation, die in absehbarer Zeit im Rahmen des "Artemis"-Programmes den Mond umkreisen soll.
Mit der Entwicklung von FLECS hat man begonnen, weil die in die Jahre gekommene Internationale Raumstation (ISS) in nächster Zeit Schritt für Schritt "von kommerziell betriebenen Raumstationen ergänzt oder abgelöst wird", wie es seitens Liquifer heißt. In dem Zusammenhang gelte es, Komfort, Privatsphäre und Funktionalität auf kleinstem Raum möglichst gemeinsam zu realisieren. Das Ergebnis der Überlegungen und Planungen ist nun ein System, das sich auch bei geringer Gravitation - wie etwa im Erd- oder Mondorbit - in rund einer Minute entfalten lässt und dann rund drei Kubikmeter persönlichen Raum bietet, wie Waclavicek erklärte. Bei der Umsetzung des Konzepts arbeitete man mit niederländischen und italienischen Firmenpartnern zusammen.
Alles in allem wiegt die Kabine um die 100 Kilogramm. Bereits integriert sind Systeme zur Belüftung und Beleuchtung, man hat ein wenig Stauraum, einen Arbeitsplatz und eine Schlafmöglichkeit in Form einer Art Schlafsack, der allerdings an der Wand befestigt ist, da der Boden nur rund einen Quadratmeter misst. Man schläft also in aufrechter Position.
Mit dem Aufbau sei es vorstellbar, sowohl in Kurz-, aber auch auf Langzeitmissionen zu gehen. Denkbar sei es auch, die Kabine in eine Mini-Küche oder einen kleinen Hygieneraum umzufunktionieren.
Dass das System auch zum Einsatz kommt, sei durchaus im Bereich des Möglichen, da sich aktuell einige Raumstationen für den erd- und mondnahen Einsatz "in verschiedenen Stadien der Entwicklung befinden", zeigte sich Waclavicek überzeugt. Man spreche in dem Zusammenhang bereits mit möglichen Kunden. FLECS könnte auch in Raumfähren integriert werden, die Astronautinnen und Astronauten zu den Stationen bringen. Im nächsten Schritt werde man die "sehr nahe am fertigen Produkt" befindliche Entwicklung auf einer Testreihe aus Parabelflügen, in deren Rahmen Schwerelosigkeit simuliert wird, testen.
(S E R V I C E - https://liquifer.com )
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Bruno Stubenrauch/Bruno Stubenrauch
