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Gunstfaktoren für die Bildung eines Tornados sind unterschiedliche Winde in verschiedenen Höhen, ein starkes Zusammenströmen bodennaher Winde, besonders feuchte Luft sowie eine abweichende Zugbahn eines Gewitters. "Tornados können die stärksten bekannten Winde in unserer Atmosphäre hervorbringen", betonte Pistotnik.
In Österreich treten Tornados am ehesten in relativ flachen Gebieten vom Wald- und Weinviertel über das Wiener Becken bis in die Südsteiermark auf. Im Juni 2021 hatte ein Tornado nur wenige Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt in Tschechien massive Schäden angerichtet und sechs Menschen getötet sowie 250 weitere verletzt, erinnerte Geosphere.
Den Tornados gegenüber stehen Fallwinde, die die meisten Stürme im Zuge von Gewittern ausmachen. "Einerseits verdunstet ein Teil des Niederschlages, wodurch die abgekühlte Luft wie aus einem ausgeleerten Sack herabfällt, andererseits wird dabei auch der Höhenwind mit herabgemischt und kommt in Form von Böen an der Erdoberfläche an", erläuterte Pistotnik dieses Phänomen.
Luft sei "wie ein Fluss mit Wirbeln und Felsen. Es gibt nie einen konstanten Flow, immer sind da Turbulenzen. Man geht ums Eck: plötzlich ist alles anders: Zuerst windstill, dann eine Böe. Wind ist unglaublich inhomogen und daher auch so komplex", beschreibt Ingo Meirold-Mautner, Leiter der Geosphere-Abteilung Klima- und Erneuerbaren-Services, sein Fachgebiet. Wind entstehe quasi "immer bei dem Versuch, das Druckgleichgewicht herzustellen" und sei sehr stark vom Boden und von Gebäuden beeinflusst.
Die höchste Windspitze, die in Österreich je gemessen wurde und heute als exakt angesehen wird, waren 220 km/h am Feuerkogel in Oberösterreich bei Sturm "Lothar" am 26. Dezember 1999. Als höchste gemessene Windspitze in bewohntem Gebiet können die 163 km/h am Flughafen Wien in Schwechat bei Sturmtief "Emma" am 1. März 2008 angesehen werden. Der stärkste bekannte Tornado in der Geschichte Österreichs traf am 10. Juli 1916 Wiener Neustadt und forderte 35 Todesopfer und mehr als 300 Verletzte.
Die Auswirkungen des Klimawandels auf Stürme sind noch unklar. "Gewitter werden hingegen wahrscheinlich heftiger, weil auch hier der höhere Umsatz von Wasserdampf zu Flüssigwasser und zurück den dominierenden Prozess darstellt, der in einer wärmeren Atmosphäre sowohl die Aufwinde als auch die Abwinde von Gewitterwolken weiter verstärkt", erklärte Pistotnik.






