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So seien in den vergangenen zehn Jahren an der Innsbrucker Klinik 18 Fälle behandelt worden, betonte Benedikt Hofauer, Direktor der Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde. "Im Schnitt haben wir einmal pro halbem Jahr einen Fall bei uns", fügte er hinzu. Erst vor Kurzem habe man in Innsbruck erfolgreich einen Zweijährigen behandelt, der eine Knopfbatterie verschluckt hatte. Österreichweit betrachtet hätten Mediziner zudem "fast jede Woche" mit verschluckten Knopfbatterien zu tun.
Verschlucke ein Kind eine Knopfbatterie, sei jedenfalls höchste Eile geboten. "Die Batterie kann in der Speiseröhre steckenbleiben und muss dann so rasch wie möglich endoskopisch entfernt werden", sagte Hofauer. "Innerhalb weniger Stunden kann es sonst zu schweren inneren Verletzungen kommen", konkretisierte der Mediziner den Zeitraum etwa für eine lebensbedrohliche Verletzung der Schleimhaut und eine damit verbundene gefährliche, potenziell irreparable Eröffnung der Speiseröhre.
Auch im Magen könne eine Knopfbatterie erheblichen Schaden anrichten, strich Stefan Schneeberger, Direktor der Universitätsklinik für Chirurgie, heraus. "Die Batterien können durch den Kontakt mit Magensäure undicht werden und schließlich chemische Substanzen freisetzen", berichtete er. Das bedeute, dass Gewebeschädigung, Perforation und Verletzungen benachbarter Organe die Folgen sein können, warnte Schneeberger.
Die Gefahr durch verschluckte Knopfbatterien sei auch deshalb konstant, weil "sich diese in vielen Alltagsgegenständen finden", betonte die bei dem Pressegespräch ebenfalls anwesende Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele (ÖVP). Es gelte, "Eltern zu sensibilisieren, dass sie Verschlüsse zukleben und gut verschrauben", appellierte Hagele. Entscheidend sei jedenfalls, dass sich Eltern bereits beim Verdacht "Hilfe suchen" und den Notruf wählen, führte die Gesundheitslandesrätin aus.
Auch Schneeberger warnte vor der tagtäglichen Gefahr durch Knopfbatterien. Man könne zwar nicht von einer "statistischen Steigerung" sprechen, zumal es auch "zufällige Häufungen der Fälle" gebe. Jedoch habe die "Verbreitung und Verfügbarkeit von elektronisch betriebenen Spielsachen zugenommen", konstatierte er.
Da die Gefahr durch Knopfbatterien derart alltäglich sei, gelte es, auch mögliche Symptome bei Kleinkindern genau zu beobachten, machte indes Hofauer aufmerksam. "Starke Schluckbeschwerden oder eine Einfärbung des Speichels können auf das Verschlucken hinweisen", meinte der Mediziner. Vermeiden solle man dabei jegliche Maßnahmen zuhause, die zu zeitlichen Verzögerungen auf dem Weg in die Klinik führten. Es bestehe lediglich ein "Zeitfenster von zwei Stunden", in dem meist keine Schäden entstehen würden.
An employee holds battery button cells in the factory of German battery manufacturer Varta in Noerdlingen, southern Germany, on July 20, 2020. (Photo by Christof STACHE / AFP)
