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Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind "Killer Nummer eins in Österreich", mahnte ÖKG-Präsident Daniel Scherr. So sei jeder dritte Todesfall darauf zurückzuführen. Damit sind Herzprobleme tödlicher als alle Krebserkrankungen und Verkehrsunfälle gemeinsam. Herzgesundheit müsse vom medizinischen Fachthema zur gesellschaftlichen Priorität werden. ÖKG-Präsident Scherr appelliert daher: "Herzgesundheit geht uns alle an - und angesichts der hohen Zahl häufig vermeidbarer Erkrankungen müssen wir endlich ins Handeln kommen." In Österreich sei man zwar gut darin, akute Herzprobleme zu behandeln, bei der Prävention gebe es jedoch noch Nachholbedarf. Dafür braucht es eine prominente Platzierung als gesundheitspolitische Priorität und ein breiteres Bewusstsein in der Bevölkerung.
Auch im Alltag kann jeder und jede Einzelne einen Beitrag zur eigenen Herzgesundheit leisten. Lara Vadlau, Olympiasiegerin im Segeln und selbst Ärztin, hat als Spitzensportlerin früh gelernt, in ihre Gesundheit zu investieren. Aber auch abseits des Spitzensports sollte, so Vadlau, Gesundheitsbewusstsein im Alltag gelebt werden: "Schon ein täglicher Spaziergang, selbst zubereitete, bunte Mahlzeiten, ausreichend Schlaf und ein Innehalten im Alltag können einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige (Herz-)Gesundheit jedes Einzelnen leisten." Darüber hinaus ermutigt ÖKG-Präsident Scherr die Bevölkerung, die eigenen Herzwerte im Auge zu behalten: "Wer Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker und die eigenen Risikofaktoren kennt, kann früher und gezielter handeln."
Darüber hinaus fordert ÖKG-Sekretär Lukas Fiedler, die Möglichkeiten moderner Technologie und künstlicher Intelligenz zur Prävention von Herzerkrankungen zu nutzen. Die Risikofaktoren seien bekannt und beeinflussbar. Für eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung sollen Untersuchungen und Messmethoden überarbeitet werden. Außerdem sollen Blutwerte längerfristig digital überwacht werden, um Probleme frühzeitig zu erkennen. Da Herzerkrankungen bei Frauen deutlich später erkannt und seltener angemessen behandelt werden, fordert die ÖKG, geschlechts- und altersspezifische Unterschiede in Prävention, Diagnostik und Versorgung dabei stärker zu berücksichtigen.
