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Unter der Leitung des Biologen Thomas Friedrich von der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien wurden im Rahmen des weit über Österreich hinaus verzweigten Projekts bereits signifikante Erfolge verbucht. Durch die Bemühungen konnten etwa schon hunderttausende Exemplare der kleinsten Donaustör-Art, des Sterlet (Acipenser ruthenus), im Strom ausgesetzt werden.
Neben dem ausgewachsen bis zu einem Meter großen und bis rund neun Kilogramm schweren Sterlet konzentriert man sich auch auf drei weitere Arten, die in der Donau früher zahlreich waren: Den in Größe und Gewicht dem Sternhausen etwas überlegenen Waxdick und den Hausen - den größten Süßwasserfisch der Welt mit bis zu sieben Meter Länge und über zwei Tonnen Gewicht. Allen ist gemein, dass ihnen die Überfischung und Flussverbauung gehörig zugesetzt hat.
Gezüchtet werden die Tiere seit dem vergangenen Jahr auf einem früheren Steintransportschiff namens "MS Negrelli" in großem Maßstab. Das Schiff liegt nun fest vertäut vor der Wiener Donauinsel. Neben der Boku sind das Landwirtschaftsministerium (BMLUK), viadonau, die Stadt Wien, der WWF in Rumänien, der Ukraine und Bulgarien, sowie Ministerien aus Ungarn und Slowenien oder auch diverse Fischereiverbände und viele weitere Partner beim Gesamtprojekt mit an Bord, das mit insgesamt 11,8 Mio. Euro dotiert ist.
Bei den Zucht- und Auswilderungsbemühungen liege man über dem Soll, wie Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) und die Wiener Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) betonten. Man müsse "alles tun", um die urtümlichen "faszinierenden Lebewesen" zu retten, die es seit rund 200 Millionen Jahren gibt und die damit auch die Dinosaurier deutlich überlebt haben, wie Totschnig betonte. In knapp 200 Jahren hat der Mensch ihnen entlang der Donau allerdings fast ein rasches Ende bereitet, so Friedrich.
Für Sima handelt es sich hier um "eines der coolsten Projekte" im Naturschutz-Bereich, wie sie anmerkte. Die um rund eine Mio. Euro zur auf der Donauinsel gut sichtbaren Forschungseinrichtung umgebaute MS Negrelli fungiere mittlerweile auch als eine Art Bildungseinrichtung, die bereits von rund 2.000 Interessenten besucht wurde. Für Sabine Gansterer von viadonau ist das ausrangierte Schiff zu einem "Leuchtturm" geworden.
Aus wissenschaftlicher Sicht zeige das Projekt, "dass man mit relativ kleinen Maßnahmen, einen Einfluss auf Entwicklungen nehmen kann", sagte Boku-Vizerektor Christoph Pfeifer. Nicht zu unterschätzen sei auch ein anderer Faktor: "Das tolle Projekt hat auch eine tolle Außenwirkung." So zeige man, wie eine Universität in die Gesellschaft hineinwirken kann, erklärte Pfeifer.
In den Fluss werden die ersten in Wien gezüchteten Sterhausen (Huso stellatus) voraussichtlich im Herbst entlassen, wie Friedrich zur APA sagte. Bis dahin tummeln sie sich zusammen mit Waxdick- und Sterlet-Nachwuchs in den Becken verschiedener Größe. Die Unterschiede zwischen dem kompakteren Waxdick und dem lang gestreckten Sternhausen mit seiner längeren Schnauze sieht man bereits kurz nach dem Schlüpfen deutlich. Die Nachzucht von letzterem gestaltet sich etwas herausfordernder, weil die Weibchen nur alle zwei bis vier Jahre Eier ausbilden. Läuft alles nach Plan, sollen die ersten Jungfische dann im Herbst in der unteren Donau - also im Flussbereich nach dem "Eisernen Tor" - ausgewildert werden, erklärte der Biologe.
(S E R V I C E - Projektwebsite: https://lb4sturgeon.eu )
Das LIFE-Boat4Sturgeon aufgenommen am Montag, 15. Juni 2026, anl. eines Fototermins mit Statements "Erste erfolgreiche Nachzucht von Sternhausen-Stören in einem Artenschutzprojekt gelungen" in Wien. Das 66 Meter lange und zehn Meter breite LIFE-Boat4Sturgeon beherbergt Aufzuchtbecken - ein großes Mutterfischbecken mit 110 Kubikmetern, Rundbecken und Langstromrinnen und soll dazu beitragen, die letzten vier Störarten der Donau zu erhalten.
Aufzuchtbecken aufgenommen am Montag, 15. Juni 2026, anl. eines Fototermins mit Statements "Erste erfolgreiche Nachzucht von Sternhausen-Stören in einem Artenschutzprojekt gelungen" an Bord der Aufzuchtstation LIFE-Boat4Sturgeon in Wien. Das 66 Meter lange und zehn Meter breite LIFE-Boat4Sturgeon beherbergt Aufzuchtbecken - ein großes Mutterfischbecken mit 110 Kubikmetern, Rundbecken und Langstromrinnen und soll dazu beitragen, die letzten vier Störarten der Donau zu erhalten.






