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Sonnenfinsternis zog Millionen Menschen in Europa an

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Auch in Österreich war es ein Gruppenerlebnis
©APA/APA/MAX SLOVENCIK/MAX SLOVENCIK
Bei zumeist klarem Wetter haben am Mittwochabend Millionen Menschen in Europa die Sonnenfinsternis beobachtet. Der Kernschatten des Mondes zog über die Nordpolarregion, streifte Grönland und Island und traf auf Spanien und die Nordostspitze Portugals. Weiter ging es über die Iberische Halbinsel und die Balearen, bis die totale Sonnenfinsternis kurz nach 20.30 Uhr im Mittelmeer enden sollte. Zahlreiche Menschen versammelten sich europaweit zur Beobachtung des Spektakels.

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In Spanien fieberten schon am Nachmittag Millionen Einwohner und Touristen der totalen Verdunkelung entgegen. Auf Mallorca sorgte der Besucheransturm nach Medienberichten bereits in der Früh für erste Verkehrsbehinderungen, vor allem an der Westküste rund um Sóller. An Aussichtspunkten und Buchten der Serra de Tramuntana füllten sich Parkplätze schon Stunden vor Beginn der Sonnenfinsternis, einzelne Zufahrten wurden gesperrt. Die Menschen hätten teils lange Strecken zurücklegen müssen, hieß es.

In Spanien begann die Sonnenfinsternis um 20.27 Uhr und 41 Sekunden in der Stadt A Coruña im äußersten Nordwesten des Landes. Zum ersten Mal seit 1905 verschwand die Sonne in Spanien komplett hinter dem Mond. Für eine Minute und 18 Sekunden wurde der Tag zur Nacht. Das Himmelsereignis war in einem knapp 300 Kilometer breiten Streifen vom Nordwesten Spaniens Richtung Südosten bis zu den Balearen mit Mallorca zu sehen. Auch einen kleinen Zipfel Portugals streifte der Kernschatten des Mondes.

Da die Sonne schon tief über dem Horizont stand, mussten sich Hunderttausende Menschen an Beobachtungspunkte begeben, wo keine Gebäude, Bäume oder Hügel die Sicht auf den Horizont versperrten. Sonnenfinsternis-Enthusiasten reisten aus aller Welt an. Der allerletzte Punkt an Land in Spanien, von wo aus die komplette Verdunkelung der Sonne beobachtet werden konnte, war die kleine Insel Formentera südlich von Ibiza. Dort begann sie um 20.33 Uhr und 16 Sekunden und endet 41 Sekunden später um 20.33 Uhr und 57 Sekunden.

In Mitteleuropa war die Sonnenfinsternis in der Schweiz besonders gut zu sehen. Tausende Schaulustige beobachteten im ganzen Land das Schauspiel, bei dem nach 20 Uhr bis zu 93 Prozent der Sonnenscheibe bedeckt waren. Am Berner Rosengarten-Hügel über der Altstadt fanden sich bis zu 4.000 Personen ein, auf der Züricher Polyterrasse machten sich Hunderte die besten Plätze streitig. Im Emmental stieg sogar ein knappes Dutzend Heißluftballons auf zur noch besseren Beobachtung der Sonnenfinsternis. Auch in der Westschweiz wurden zahlreiche erhöhte Orte frequentiert, etwa der Signal de Bernex, der zweithöchste Punkt im Kanton Genf, wo sich etwa tausend Schaulustige einfanden.

Wie in Österreich gab es auch im westlichen Nachbarland einen Ansturm auf Schutzbrillen. In Bern standen am Dienstagnachmittag rund 300 Menschen vor einem Fachgeschäft in einer Schlange. Für das kleine Alpenland ist eine Sonnenfinsternis ein äußerst seltenes Ereignis. Die letzte totale Verdunkelung der Sonne über der Schweiz gab es im Jahr 1724, die nächste partielle Sonnenfinsternis wird es erst 2075 geben, die nächste totale Sonnenfinsternis im Jahr 2081, gemeinsam mit Österreich.

In Berlin versammelten sich Hunderte Menschen vor dem Planetarium im Prenzlauer Berg. Die Polizei versuchte die Menschenmasse zu koordinieren. Es seien einfach "wahnsinnig viele Menschen zu dem Planetarium gekommen", sagte ein Sprecher der Polizei. Man wolle versuchen, die Massen "in geordnete Strukturen zu bekommen".

"Die letzten Sonnenfinsternisse hatten weniger Bedeckung", sagte die stellvertretende Direktorin des Hamburger Planetariums, Mariana Wagner. "Heute ist wirklich ein Ausnahmezustand." Vor dem alten Wasserturm, in dem das Planetarium untergebracht ist, bildete sich eine lange Schlange.

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