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Nutzt man den Kalk zusätzlich mehrfach, um weiteres CO2 aus der Luft zu binden, könnte die Zementherstellung laut der Hochschule sogar CO2-negativ werden. Diese Technologie basiert auf einem chemischen Kreislauf mit Kalziumverbindungen, dem sogenannten Kalzium-Looping. Ausgangsstoff ist Kalkstein, der auch der wichtigste Rohstoff für Zement ist. In dem neuen Verfahren wird der Kalkstein in einem elektrisch betriebenen Ofen erhitzt. Dadurch zerfällt er in Branntkalk und CO2, das ohne Verbrennungsabgase direkt abgeschieden und unterirdisch gelagert werden kann. Der Einsatz von Strom anstelle fossiler Brennstoffe vermeidet zusätzliche Emissionen.
Der entstandene Branntkalk nimmt nach der Zugabe von Wasser weiteres CO2 aus der Umgebungsluft auf und wird wieder zu Kalkstein. Dieser kann erneut im Kreislauf oder für die Zementproduktion genutzt werden. Je öfter der Kreislauf durchlaufen wird, bevor das Material der Zementproduktion zugeführt wird, desto mehr CO2 kann die Anlage der Atmosphäre entziehen.
Der Vorteil des Ansatzes liege darin, dass sich die Technologie in ein etabliertes Verfahren integrieren lasse, erklärte Vittoria Bolongaro, Erstautorin der Publikation. Die nötigen Anpassungen seien relativ einfach. "Aus Klimasicht ist dieser Ansatz sehr vielversprechend als skalierbare Lösung", so Bolongaro.
Die Berechnungen basieren jedoch auf Zukunftsszenarien für das Jahr 2050 und setzen große Fortschritte bei der Dekarbonisierung der Stromversorgung voraus. Zudem befinden sich einige Anlagenkomponenten wie die elektrischen Öfen noch nicht im großindustriellen Einsatz. Eine detaillierte Kostenanalyse zur wirtschaftlichen Rentabilität war nicht Teil der Studie.
S E R V I C E - https://www.cell.com/chem-circularity/fulltext/S3051-2948(26)00037-X
