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Schweizer Forscher verwandeln Plastikabfall in Hochleistungsklebstoff

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Neues Verfahren zur Umwandlung der Abfälle vorgestellt
©APA, GINDL, Barbara Gindl
Plastikmüll wird zum Wertstoff: Ein neues Verfahren der ETH Zürich verwandelt simple Kunststoffabfälle wie Sackerl und Flaschen in einen industrietauglichen Hochleistungsklebstoff. Bisher lassen sich die Kunststoffe Polyethylen und Polypropylen zwar einschmelzen, dies sei aber mit erheblichen Qualitätseinbußen verbunden, schreibt die ETH Zürich in einer Mitteilung vom Donnerstag. Das Material eigne sich danach oft nur noch für minderwertige Produkte wie Pflanzenkübel.

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Ein Aufspalten in die Grundbausteine für neue hochwertige Kunststoffe war bisher nur über einen energieintensiven Prozess, die sogenannte Pyrolyse, möglich. Die Forschenden um den ETH-Forscher Tae-Lim Choi entwickelten nun ein Verfahren, mit dem sich die Abfälle in höherwertige Kunststoffe umwandeln lassen.

Als erstes Produkt stellten sie aus handelsüblichen Plastiksäcken und -flaschen einen Klebstoff her. Dessen Klebkraft erreiche die Anforderungen für hochbelastete Verbindungen etwa im Fahrzeug- oder Gerätebau. Das Verfahren nutzt ein chlorhaltiges Lösungsmittel und kurzwelliges Licht. Dadurch entstehen reaktive Stellen in den Kunststoffketten, an welche die Forschenden neue Polymerketten mit gewünschten Funktionalitäten anfügten. Der Prozess laufe in einem Schritt bei Raumtemperatur ab und sei präzise steuerbar, erklärte Senior Scientist Hongsik Kim. Die ETH Zürich hat die Methode patentieren lassen.

Der Klebstoff sei nur ein erstes Produkt, führte Choi aus. Künftig seien Kunststoffe mit völlig neuen Eigenschaften denkbar. Eine konkrete Zusammenarbeit mit der Industrie gebe es bereits für Lebensmittelverpackungen, die nicht nur wasserdicht, sondern auch undurchlässig für Sauerstoff sind. Zudem könne der Klebstoff als Bindemittel auch minderwertiges Recyclingmaterial aufwerten.

++ THEMENBILD ++ Projekt Zukunftsbild: Seit Juli 2024 müssen alle PET-Einweg-Plastikflaschen einen verbundenen Verschlussdeckel haben. Dies ist auf eine EU-Verordnung zurückzuführen, die darauf abzielt, den Plastikmüll in der Umwelt zu reduzieren. Im Bild: PET-Flaschen mit fix verbundenem Verschlussdeckel, aufgenommen am Montag, 8. Juli 2024.

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