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Schockanruf und Enkeltrick: Ruhig bleiben und auflegen

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Vorsicht, wenn jemand von einem Notfall spricht und Geld fordert
©APA/APA/dpa/gms/Bernd Weißbrod/Bernd Weißbrod
Die Nichte liege im Krankenhaus, sagte der unbekannte Mann am Telefon einer 75-jährigen Frau. Nur mit einer Operation für 32.000 Euro könne sie gerettet werden. Das Geld würde in Kürze jemand bei ihr abholen kommen. Die Frau wollte helfen. Wenig später übergab sie einem Unbekannten an der Wohnungstür 30.000 Euro in bar. Aber: Es gab keinen Notfall. Das Geld ist verschwunden. Nun ermittelt die Polizei. Solche Schockanrufe, auch Enkeltrick genannt, kommen immer wieder vor.

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Die Masche: Trickbetrüger am Telefon spielen emotionale Nähe vor oder verängstigen mit Autorität. Und immer bauen sie Zeitdruck auf, um die Angerufenen zu verunsichern und an Geld, Wertsachen oder sensible Daten zu gelangen. Die Kriminalpolizei rät deshalb: Skeptisch bleiben und sich bloß nicht verunsichern lassen.

Das ist bei überfallartigen Anrufen mit Überraschungseffekt leichter gesagt als getan. Besonders wenn vermeintlich Angehörige in Not sind. Aber wer die Vorgehensweise der Betrüger kennt, dem fällt es wahrscheinlich leichter, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und den faulen Zauber zu enttarnen.

Die beiden grundsätzlichen Maschen im Überblick:

1. Der klassische Enkeltrick: Hier beginnt das Gespräch oft mit "Rate mal, wer dran ist?" oder einer Nachricht wie "Hallo Mama, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Nummer!". Wegen eines angeblichen finanziellen Problems werden Angerufene dann zu Bargeldübergaben oder Blitzüberweisungen gedrängt. Perfide und wichtig zu wissen: Es kann sein, dass die Kriminellen künstliche Intelligenz einsetzen, um Stimmen von Angehörigen täuschend echt zu imitieren, was den emotionalen Druck massiv erhöht.

2. Die Schockanrufe: Dabei setzen Kriminelle voll auf Angst. Sie geben sich als Polizei, Staatsanwaltschaft oder auch Klinikpersonal aus, berichten etwa von dramatischen Unfall- oder Haftgeschichten naher Verwandter. Um Konsequenzen abzuwenden, wird unter Zeitdruck die Übergabe von Geld, Zahlungskarten oder Wertsachen verlangt. Durch Rufnummern-Manipulation (Caller-ID-Spoofing) erscheint oft sogar eine echte Behördennummer im Display. Dies ist also definitiv keine Garantie für die Echtheit des Anrufs. Wichtig zu wissen: Geldinstitute oder Behörden fordern am Telefon niemals sensible Daten oder die Herausgabe von Wertsachen.

Deshalb ist es wichtig, sich gedanklich auf solche möglichen Anrufe vorzubereiten und folgende Verhaltensgrundsätze zu verinnerlichen:

Aber auch präventiv lässt sich einiges tun. Etwa folgende drei Dinge:

Codewort: Mit Verwandten, gegebenenfalls auch mit Freunden, ein Codewort vereinbaren, das nur der involvierte Personenkreis kennt. Dieses Wort kann notfalls abgefragt werden, um sicherzustellen, dass Anrufende auch wirklich die sind, für die sie sich ausgeben.

Aus dem Telefonbuch austragen lassen: Das persönliche Umfeld hat die eigene Telefonnummer ohnehin. Wer den Eintrag trotzdem nicht missen möchte, lässt am besten den Vornamen abkürzen, damit der oder die Täter keinen Hinweis auf das eigene Alter bekommen (aus Herta Schmidt wird etwa H. Schmidt) - oder den Vornamen ganz weglassen.

Andere warnen: Es ist sinnvoll, Verwandte und Bekannte vor solchen Betrügereien zu warnen. Denn wer von den diversen Maschen schon einmal gehört hat, den können die Betrügerinnen und Betrüger nicht mehr eiskalt mit ihren Anrufen erwischen.

STUTTGART - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/dpa/gms/Bernd Weißbrod/Bernd Weißbrod

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